19. Mai 2016

Gods of Egypt

© Concorde

Regie: Alex Proyas
Land / Jahr: USA 2016












Set (Gerard Butler), der Gott der Finsternis, hat die Macht in Ägypten an sich gerissen. Das geht Horus (Nikolaj-Coster Waldau), dem Herrn des Himmels, ziemlich gegen den Strich. Er verbündet sich mit dem Sterblichen Bek (Brenton Thwaites), um Set zu stürzen. Letzterer will zudem seine Freundin Zaya (Courtney Eaton) vor dem Reich der Toten bewahren.
Ein in Ägypten geborener Regisseur, der zudem mit Filmen wie "I, Robot" oder "The Crow" jede Menge Hollywood-Erfahrung sammeln konnte: Alex Proyas schien den Produzenten wie die perfekte Wahl für dieses hochbudgetierte Fantasy-Abenteuer. Was dieser allerdings mit den ihm anvertrauten 140 Millionen Dollar anstellte, hat nicht nur seine Geldgeber wenig überzeugt.
Proyas orientiert sich nur ganz lose an der Mythologie seines Heimatlandes. Er nimmt sich nur was er braucht, der Rest wird so geändert, bis es US-Ansprüchen entspricht. Hin und wieder gibt es dann tatsächlich gute Ideen. Zum Beispiel, dass die Götter goldenes Blut haben, ist ein nettes kleines Detail. Den übrigen Film dann auch zu großen Teilen in strahlendem Gold zu gestalten, sieht aus wie der feuchte Traum eines Teenagers.
Zu keinem Zeitpunkt kann jedoch das sehr schwache Drehbuch kaschiert werden. Proyas bedient jedes mögliche Filmklischee als würde er eine To-do-Liste abhaken. Wenn er seinen Figuren nur ein Zehntel der Aufmerksamkeit gewidmet hätte, die die Optik bekommen hat, dann hätte es sein können, dass der Zuschauer tatsächlich mit den Helden sympathisiert. Während der Mensch Bek wenigstens noch ein ganz kleines Bisschen den frechen Charme eines Strolches hat, sind dem Zuschauer die göttlichen Figuren das Maximum von egal. Besonders Thoth (Chadwick Boseman), der Gott der Weisheit, ist eine absolute Witzfigur.
Dass die beiden ägyptischen Götter Set und Horus von schneeweisen Nordmännern wie Gerard Butler und Nikolaj-Coster Waldau gespielt werden ist der übliche Hollywood-Rassismus, wie er in mindestens jedem zweiten US-Blockbuster vorherrscht. Aber warum muss eine mit Ideen überhäufte Mythologie noch mit soviel Schwachsinn und seelenlosen Actionszenen angereichert werden?
Hollywood scheint es sich zum Ziel gemacht zu haben auf der Jagd nach dem großen Geld möglichst die Geschichte und die Sagen jedes anderen Landes zu vergewaltigen. Was Alex Proyas seiner Heimat antut ist mehr als beschämend. Inhaltlich passiert nichts, dafür gibt es jede Menge schwachsinnige und langweilige Action.

Fazit: 25 %

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