18. Mai 2016

Highway to Hellas

© Warner

Regie: Aron Lehmann
Land / Jahr: Deutschland 2015












Jörg Geissner (Christoph Maria Herbst) ist im Auftrag der AVO-Bank auf einer Mission auf der kleinen griechischen Insel Paladiki. Er soll herausfinden, ob von dem Kredit der Bank tatsächlich ein kleines Hospital und ein Elektrizitätswerk gebaut wurde. Um nicht aufzufliegen, lassen sich die Inselbewohner einiges einfallen.
Aron Lehman greift die griechische Krise und die aktuellen Differenzen zwei Länder auf, in der Absicht eine clevere Culture-Clash-Komödie auf die Leinwand zu bringen. Was er allerdings dabei rauskommt, ist ein niveauloses Propaganda-Werk, das sich in Klischees und Vorurteilen suhlt - und zudem noch gänzlich humorlos ist.
Anfangs kommt Jörg auf Paladiki an und schnell ich klar: Dieser bösartige Deutsche, der logischerweise keine Freunde hat und dessen einzige Freude Geld ist, will nur spionieren. Dass der Kredit allerdings der Insel geholfen hat, wird als selbstverständlich angesehen. Ihm gegenüber stehen die Griechen, die keinerlei Verständnis dafür haben, dass man Geliehenes auch zurück zahlen muss und die als einzige Lösung einen schamlosen Betrug sehen.
Dieses Spiel mit beiden Kulturen ist Lehmann frei von Humor gelungen. Zwar schwingt stetig eine leichte Stimmung mit, passend zum schönen Wetter, aber es gibt keinen einzigen intelligenten Witz. Ja noch nicht einmal viel dummer Klamauk wird geboten. Das hat den Charme einer Rosamunde-Pilcher-Verfilmung, die sich lediglich in der Insel geirrt hat.
Anstatt ehrlich mit den Problemen umzugehen wird jetzt geheuchelte Freundschaft und Betrug als Lösung gewählt. Dass die Griechen beleidigt sind, dass sie des Betruges verdächtig werden und sich ausspioniert werden, ist schamlos, schließlich bestätigen sie nur wenige Kilometer weiter jegliche Vorurteile mit dem Fake-Kraftwerk, dessen einziger Sinn es ist, die Bank um ihr Geld zu bestehlen.
Am Ende dann der Höhepunkt. Jörg hat neue Freunde gefunden, die ihn zwar den ganzen Film aus Dankbarkeit demütigen, erniedrigen, belügen, hintergehen und sogar mehrfach physisch verletzen, aber er entscheidet sich dennoch seine Peiniger zu unterstützen. Die Griechen freuen sich darüber, den dummen Deutschen instrumentalisiert zu haben.
"Highway to Hellas" ist ein Propaganda-Werk von einem Regisseur, der sich anscheinend gar nicht bewusst ist, was für ein Monster er erschaffen hat. "Klischee und Vorurteil" wäre ebenfalls ein passender Titel für dieses geschmack- und hirnlose Werk gewesen, das noch nicht einmal unterhalten kann. Würden die Darsteller nicht wenigstens ordentliche Leistungen abliefern, dann wäre dieser Schundfilm noch schlechter.

Fazit: 20 %

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