31. Mai 2016

Jacky - Im Königreich der Frauen


© Pandastorm
Regie: Riad Sattouf
Land / Jahr: Frankreich 2014

In der Demokratischen Volksrepublik Bubunne haben Männer nicht viel zu sagen, müssen Schleier tragen, dürfen nicht zur Schule gehen. Dabei könnte der große Traum von Jackie (Vincent Lacoste) wahr werden, denn die aufstrebende Herrscherin "La Colonelle" (Charlotte Gainsbourg) sucht einen Ehemann und bei einem großen Ball wird sie sich ihren "Dödel" aussuchen.
Das "Königreich der Frauen" ist gar kein Königreich. Es wird nicht von einem Monarchen regiert, sondern von einer Militärdiktatur. Hier werden die Männer gnadenlos von ihren Frauen unterdrückt und müssen eine "Schleierei" tragen: eine wunderbare Parodie hyperreligiöser Staaten. Das ist eine entzückende, weil so extrem surreale und auf den Kopf gestellte Ausgangssituation; da sind einige Lacher zu verbuchen, ohne das viel dafür getan werden muss. Die Herren sehen einfach zu lächerlich aus.
Dazu kommt das umgekehrte Verhalten der Geschlechter. Die Frauen tragen Uniformen, sind dominant und belästigen die Männer sexuell. Auf der anderen Seite sind die Männer für den Haushalt zuständig, sind sehr sensibel und freuen sich besonders über eine hübsche neue "Schleierei" oder ein anderes schickes Kleidungsstück, dass sie sich vom Geld ihrer erfolgreichen Ehefrauen aussuchen dürfen.
Die Geschichte ist dabei eine umgekehrte Cinderella-Version: Der große Ball steht an, bei dem sich alle Junggesellen dieser vom Rest der Welt abgeschotteten Diktatur "La Colonelle" präsentieren können. Allerdings wird dafür ein horrender Eintritt verlangt, was sich Jackys Mutter nicht leisten kann. Ein Traum droht zu platzen, will Jacky doch genauso wie jeder andere Mann endlich verheiratet werden. Am besten natürlich mit der Colonelle.
"Jacky - Das Königreich der Frauen" ist keine kritische Satire, sondern eine bitterbös sarkastische Parodie. Nicht wenige werden das geschmacklos finden, allerdings nur weil die vom Regisseur Riad Sattouf vorgelegte Perspektive auf die Geschehnisse so extrem direkt und knallhart ist - und an vielen Stellen sogar zudem sehr witzig. Das Werk geht in die Richtung der Monty-Python-Filme: manchmal geschmacklos, manchmal dumm, oftmals aber sehr witzig. Weiterer Pluspunkt: Filme dieser Art sind einfach verdammt selten.

Fazit: 65 %

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen