25. Mai 2016

Kicking Off - Alles tanzt nach meiner Pfeife

© Lighthouse

Regie: Matt Wilde
Land / Jahr: Großbritannien 2015












Im entscheidenden Spiel gegen den Abstieg wird Wigsys (Warren Brown) und Cliffs (Greg McHugh) Herzensverein vom Schiedsrichter verpfiffen. Die beiden sind der Meinung: Dafür muss der Referee leiden! Sie entführen Anthony Greaves (Alistair Petrie) ohne genau zu wissen, was sie eigentlich damit erreichen wollen.
Das Konzept der Entführung durch unglückliche Fußballs-Fans wird zumindest deutschen Filmfans nicht fremd sein: In der Ruhrpott-Komödie "Fußball ist unser Leben" nahm Uwe Ochsenknecht in der Rolle des Hans Pollak sein Schalke-Idol gegen dessen Willen mit nach Hause. In der britischen Variante "Kicking Off" ist es hingegen kein Spieler, sondern der Schiedsrichter des letzten Spieles, der unter der Fanliebe leiden muss.
Einen viel zu großen Teil der lediglich 85 Minuten Laufzeit verbringt diese Fußball-Komödie aber damit sich in Zeitlupen und Rückblenden zu verlaufen. Ein- oder zweimal ist das vielleicht noch ein ansprechendes narratives Mittel, wenn gefühlt der halbe Film aber daraus besteht, dann ist das einfach nur noch nervig und nimmt "Kicking Off" einfach jeglichen Schwung.
Leider ist es aber auch nicht so, als ob der Rest dann gelungen wäre. Regisseur Matt Wilde legt viel zu viel Gewicht auf die Nebenhandlungsstränge wie die Episode um Wigsys Freundin, die sich gerade von ihm getrennt hat. Wilde verliert die Handlung aus den Augen und schafft es nur selten den Zuschauer bei Laune zu halten.
"Fußball ist unser Leben" hatte noch den Charme, dass man sich deutlich auf einen Verein fixiert hat: Das Spiel mit den Schalke-Klischees machte Spaß. Bei "Kicking Off" sind die Protagonisten aber einfach nur Fans von einer Mannschaft mit roten Trikots. Das soll kein Verweis auf Manchester United, Arsenal London oder den Liverpool FC sein, sondern ist pure Willkür. Wigsy und Cliff sind einfach nur Fans von irgendeinem Verein. Da wird auch jede Menge Potenzial nicht genutzt, dass dem Film vielleicht noch etwas Besonderes hätte verpassen können.
"Kicking Off" ist trotz seiner noch nicht einmal eineinhalb Stunden Spielzeit zu lang und oftmals auch zu langweilig. Wildes Inszenierung ist leider wenig konsequent, die Entführung macht genauso wenig Spaß wie die wenigen Gags. Was übrig bleibt ist eine Mischung aus Thriller und Komödie, die zu keinem Zeitpunkt überzeugen kann. Und den wenigen Schwung, den der Film noch in der ersten Hälfte aufnimmt, verliert er auch noch in Hälfte zwei.

Fazit: 30 %

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