6. Mai 2016

Voice of a Murderer

© CJ Entertainment

Regie: Jin-pyo Park
Land / Jahr: Südkorea 2007












1991 verschwindet der kleine Sohn des Star-Nachrichtensprechers Han Kyung-bae (Kyung-gu Sol). Immer wieder meldet sich der Entführer telefonisch bei den Eltern, um eine Übergabe des Kindes bei Lösegeldzahlung zu arrangieren. Doch die Ermittler scheinen dem Mann nicht auf die Fährte zu kommen.
44 Tage lang ist der kleine Junge verschwunden. Der Zuschauer wird mit einem Counter, der immer wieder anzeigt, bei welchem Tag man sich gerade befindet, auf dem Laufenden gehalten. In der Zwischenzeit versuchen die Ermittler, vor allem aber die Polizei, dem Kindesentführer auf die Schliche zu kommen. Nervenaufreibend ist dabei vor allem, dass trotz der insgesamt 87 Anrufe des Entführers und des Einsatzes von, für damalige Verhältnisse, modernster Technik die Polizei keinen Zugriff zu bekommen zu scheint.
Im Fokus stehen ohnehin die Eltern des Kindes und wie sie verzweifelt keine Möglichkeit auslassen, ihren Sohn wiederzubekommen. Was den Entführer anbelangt trifft der Titelanfang "Voice" ins Schwarze, denn von dem Mann ist zwar immer wieder die Stimme bei Telefongesprächen zu hören, die Auftritte in Fleisch und Blut sind auf ein absolutes Minimum reduziert. Der südkoreanische Titel lautet korrekt übersetzt übrigens "His Voice" und passt noch besser, ist noch düsterer. Denn eigentlich müsste der Film international "Voice of a Kidnapper" heißen, schließlich greift die Bezeichnung als Murderer zu weit voraus.
Obwohl der Fall sehr interessant ist, baut die Spannung im Mittelteil ein wenig ab. Die Ermittelungen drehen sich zu lange im Kreis, ohne, dass es einen echten Ansatz oder einen weiteren Hinweis gibt. Hier ist der Film ein gutes Stück zu lang geraten, weil er einfach nicht voran kommt und mehrmals nach dem Schema: Anruf - gescheitertes Treffen verfährt und sich somit im Kreis dreht.
"Voice of a Murderer" ist ein für südkoreanische Verhältnisse traditionell düsterer Krimi-Thriller mit einigen Spannungsmomenten, aber auch einer Durststrecke im Mittelteil. Die Jagd nach dem Kindesentführer wird vor allem von den mitreißenden Leistungen der Darsteller geprägt, allen voran Kyung-gu Sol und Nam-ju Kim, die die Eltern des Kindes spielen. Weiterer Pluspunkt ist die nahezu perfide Stimme des Täters, die mitunter schon verhöhnend wirkt.

Fazit: 65 %

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