30. Mai 2016

VVitch, The

© Universal

Regie: Robert Eggers
Land / Jahr: USA, Großbritannien, Kanada, Brasilien 2015












New England 1630: Eine christliche Familie versucht abseits der schützenden Stadtmauern einen kleinen Bauernhof auf dem Land zu bewirtschaften. Doch mysteriöse Umstände suchen die gläubigen Menschen heim. Dabei gehen die Gedanken der einzelnen Familienmitglieder weit auseinander und mit der Zeit verdächtigt man sich gegenseitig der Hexerei.
Beim Satanischen Tempel war man dermaßen von diesem Film angetan, dass gleich mehrere Vorführungen in den "heiligen" Hallen organisiert wurden. "The VVitch" sei "eine eindrucksvolle Darstellung der satanischen Erkenntnis" schrieb Jex Blackmore, die Sprecherin des Tempels, über diesen psychologischen Horrortrip.
Es mag vielleicht ironisch anmuten, aber "The VVitch" ist tatsächlich mit sehr viel Sorgfalt und Liebe zum Detail geschrieben und inszeniert worden. Robert Eggers hat sich sehr gut mit der Materie auseinandergesetzt, was man dem Horrortrip deutlich anmerkt: Viele Szenen wirken authentisch, viele Dialoge muten an, als wären sie im 17. Jahrhundert geschrieben worden. Das ist kein Zufall, orientierte sich Eggers doch stark an Schriften aus der damaligen Zeit. Das hilft alles natürlich ungemein dabei einerseits glaubwürdig zu sein, andererseits eine beklemmende Atmosphäre aufzubauen.
Auch die Inszenierung kann mehrere Highlights bieten. Kameramann Jarin Blaschke setzte viel daran, das Gros der Szenen mit natürlichem Licht zu filmen. Dennoch hat der Film eine märchenhafte Optik. Zudem kann das Spiel der Darsteller überzeugen, auch wird keine Figur von Robert Eggers als der übliche Held stilisiert. Lediglich mit den Leistungen seines "Schwarzen Phillip" war Eggers unzufrieden, mussten doch einige Szenen gestrichen werden, da der Ziegenbock nicht gut genug trainiert war.
Und der Horror? Der ist größtenteils psychologischer Natur. Viel wird angedeutet, zu sehen gibt es nur ganz selten etwas. Das mindert aber nicht die Qualität, sondern lässt viel im Kopf des Zuschauers passieren. Zudem ist "The VVitch" auch symbolträchtig aufgeladen und in mehrere Richtungen interpretierbar.
Zwar ist "The VVitch" kein Schocker, der einem so richtig Angst einjagen kann, aber die anspruchsvolle Darstellung der Geschichte macht ihn trotzdem zu einem der besseren Vertreter seines Genres. Besonders überzeugend ist vor allem, dass es keinen einzigen heiteren Moment gibt und dass Eggers somit einen sehr konsequenten und gleichermaßen einfallsreichen Horrorfilm geschaffen hat.

Fazit: 65 %

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