10. Juni 2016

Forest, The

© Splendid

Regie: Jason Zada
Land / Jahr: USA 2016












Die US-Amerikanerin Sara Price (Natalie Dormer) reist nach Japan, um nach ihrer Zwillingsschwester Jess (ebenfalls Natalie Dormer) zu suchen. Die depressive Jess ist in ihrer Verzweilung in den Aokigahara, den riesigen Selbstmordwald am Fuße des Fujiyama, gegangen. Dort sollen vor allem nachts die Geister der Toten spuken.
Die Prämisse des Filmes ist ein Geschenk: Als in den 60er Jahren der Autor Seichō Matsumoto zwei Figuren seines Romanes "Kuroi Jukai" in den Aokigahara zum Freitod schickte, machte der Schreiberling den Wald damit sensationell en vogue für Selbstmörder - seitdem ist der Aokigahara zum Selbstmordort Nummer 1 weltweit avanciert. Kann es denn besseres Ausgangsmaterial für einen Horrorfilm geben?
Die Handlung ist schlicht: Frau rein, Schwester hinterher, am Ende sollen beide wieder rauskommen und zwischendurch gibt es noch 90 Minuten Zeit den Zuschauer so richtig zu erschrecken. Hört sich simpel an, hat Regisseur Jason Zada leider nicht verstanden. Die erste Hälfte der Filmes wirft er weg, indem er sie gebraucht, um Sara den ersten Schritt in den Wald setzen zu lassen. Von Horror ist bis dahin keine Spur. Zwar gibt es zwei billige Jump-Scares, aber die kündigen sich zuverlässiger an als Silvester.
Aber auch Hälfte zwei wird nicht besser. Regisseur Jason Zada vermittelt den Eindruck als würde er auswürfeln, welche Einstellungen er filmt. Er hat keinerlei Gefühl dafür Atmosphäre, Spannung oder gar Horror zu inszenieren. Nicht einmal die Jump-Scares, die simpelste Art in einem Film zu erschrecken, kann er richtig einsetzen. Dieses Spielfilm-Debüt kann man ohne Umschweife als desaströs misslungen bezeichnen.
Auch alles was nicht Horror ist funktioniert nicht. Die Figuren sind blasser als Robert Pattinson in "Twilight", die Vorgeschichte der Zwillinge mit den toten Eltern wirkt komplett erzwungen und unnötig. Es macht einfach gar keinen Spaß Sara auf die Tour in den unheimlichsten Wald der Welt zu begleiten.
"The Forest" ist ein in allen Aspekten mangelhafter Horrorfilm. Regisseur Jason Zada beweist keinerlei Gefühl oder Timing für das Genre. Es gelingt ihm einfach nichts, dabei ist doch nichts leichter als die Menschen ein bisschen zu erschrecken. Zudem wird das Flair des Aokigaharas komplett verschenkt. Ein gänzlich überflüssiger Film.

Fazit: 20 %

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