1. Juni 2016

Life

© Universum

Regie: Anton Corbijn
Land / Jahr: Großbritannien, USA, Deutschland, Kanada, Australien 2015











Fotograf Dennis Stock (Robert Pattinson) möchte als Künstler anerkannt werden und hat sich in den Kopf gesetzt, eine Serie über einen noch unbekannten Schauspieler zu fotografieren: James Dean (Dane DeHaan). Der melancholische Jungstar ist allerdings wenig begeistert von dem Projekt und weiß nicht so recht, ob er Dennis trauen kann.
Der Niederländer Anton Corbijn hat sein künstlerisches Schaffen als Fotograf begonnen. Frank Sinatra, Bon Jovi, die Rolling Stones, U2 oder Joy Divison - Giganten der Musikbranche haben sich von ihm ablichten lassen. Zudem schafften es mehrere von Corbijns Fotos, die Cover von berühmten Alben zu zieren.
Neben den sehr ordentlichen Thrillern "The American" und "A Most Wanted Man" drehte er schon einmal eine Künstlerbiografie: sein Erstling "Control" erzählt die Geschichte der britischen Band "Joy Divison". Jetzt wird es mit "Life" noch ein Stück autobiografischer. Denn er zeichnet James Deans raketengleiche und tragisch kurze Karriere durch Dennis Stock, einen ambitionierten Fotografen, der der Mittelmäßigkeit entfliehen will.
Eilig hat es Corbijn nicht, aber das hat er ja niemals. Seine Filme sind überaus ruhig und besonnen und zielen keineswegs darauf ab, den Puls des Zuschauers nach oben zu treiben. Es ist ehrenhaft, das Corbijn nicht zwanghaft versucht Undramatisches zu dramatisieren. Manchmal allerdings verfallen seine Werke der Trägheit und auch "Life" enthält mehrere solcher Momente.
Corbijns Figuren genießen beide dieselbe Hierarchie. Es ist nicht so als wenn Dean den Großteil der Aufmerksamkeit von Regie oder Zuschauer bekommt. Das liegt daran, dass Corbijn an Stocks Geschichte genauso interessiert ist wie an der des großen Hollywood-Idols. Seine Schauspieler zahlen ihm dieses Vertrauen mit tollen Leistungen zurück. Wenn auch Dane DeHaan noch ein gutes Stück besser spielt als Ex-Vampir Pattinson.
"Life" heißt dieser Film, weil Stock seine Fotos auf den Seiten eben dieser Zeitschrift sehen will. Dabei wird das Leben hier von einer gehörigen Portion Tod überschattet, auch wenn der Film gar nicht so weit erzählt bis James Dean bei dem Autounfall sein Leben verliert. Und auch wenn die beiden Darsteller gute bis sehr gute Leistungen abliefern: Anton Corbijn bleibt eher ein Bilder-Regisseur als einer der Grandioses aus seinen Darstellern herauszuholen weiß. Obwohl er sehenswert ist, so verliert diese Dean-Biografie den Vergleich mit "Control" doch recht deutlich.

Fazit: 65 %

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