20. Juni 2016

Stolz und Vorurteil & Zombies

© SquareOne

Regie: Burr Steers
Land / Jahr: Deutschland, Großbritannien, 2016












England im 19. Jahrhundert: Die fünf jungen Bennet-Damen sind auf der Suche nach heiratswilligen Herren. Ist aber nicht ganz so leicht, schließlich sind haufenweise Untote auf der Jagd nach frischem Menschenhirn. Zwar sind die Junggesellinnen nicht besonders bewandert darin, Männer zu betören, jedoch bestens ausgebildet in der Zombie-Tötung.
Jane Austen gilt als eine der bedeutensten Schriftstellerinnen der britischen Literatur und hat Millionen von Herzen mit ihren romantischen Geschichten dahinschmelzen lassen. Dem wahrscheinlich berühmtesten Roman von Austen "Stolz und Vorurteil" hat sich Autor Steh Grahame-Smith angenommen, ihn mit ein paar Untoten angereichert und unter dem Titel "Stolz und Vorurteil und Zombies" eine eigene Version veröffentlicht.
Es ist nicht das erste Mal, dass eine historisch-moderne Alternative-Geschichte aus dem Hirn von Grahame-Smith über die Leinwände flimmert. Er stattete bereits Alt-Präsident Abraham Lincoln mit einer Axt aus und schickt ihn in dem Film "Abraham Lincoln Vampirjäger" auf die Jagd nach Blutsaugern.
Diesmal geht es weniger politisch, dafür weitaus mehr romantisch zu - schließlich ist das das Markenzeichen der Austen-Vorlage. Und genau diese Momente funktionieren ganz ordentlich: Die Figuren, vor allem die unterschiedlichen Herren mit dem Profi-Killer Mr. Darcy (Sam Riley) oder dem wenig attraktiven Geistlichen Parson Collins (Matt Smith), machen Spaß. Es ist schön mitanzusehen wie selbst die großmäuligsten Figuren bei einer Begegnung mit dem anderen Geschlecht ganz kleinlaut werden.
Weniger toll - um es mal höflich zu sagen - sind die Actionmomente. Ganz schwach choreographiert geht die komplette Leistung von Regie und Kamera dafür drauf zu kaschieren, dass keine der Damen auch nur die geringste Ahnung vom Kämpfen hat. Das ist langweilig inszeniert, ohne jede Durchschlagskraft und zudem noch gänzlich überflüssig. Viele Hauereien gibt es nur, damit es Hauereien gibt und nicht weil sie eine Existenzberechtigung in der Geschichte hätten.
Neben der meist albernen Action gibt es noch fast ebenso erzwungene Comedy-Momente - für die besten Gags im Film können gerade einmal ein paar kleine Lächler ergattert werden. Und wenn Action und Comedy nicht funktionieren, sondern nur die Aspekte, die ohnehin schon im Original waren, dann fragt man sich zu Recht nach der Existenzberechtigung dieses Werkes. Wer gute Action sehen will ist hier fehl am Platz, wer Bock auf Jane Austen hat sollte sich lieber die viel, viel besseren Adaptionen der Originale reinziehen. Allen voran Ang Lees "Sinn und Sinnlichkeit".

Fazit: 40 %

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