18. Juni 2016

Warcraft: The Beginning

© Universal

Regie: Duncan Jones
Land / Jahr: China, Kanada, USA 2016












Seit Jahren herrscht Frieden im Königreich Azeroth, doch der könnte bald ein schnelles Ende finden. Denn grausame Orks sind auf der Suche nach einer neuen Heimat und wollen mittels eines Portals zwischen den Welten reisen. Den friedlichen Menschen steht ein gnadenloser Krieg bevor, wollen sie ihre Heimat verteidigen.
Videospiele und Kinofilme, das war noch nie eine überzeugende Kombination - weder bei den Zuschauern noch bei den Kritikern. Umso interessanter ist dann, dass dieses Projekt mit einem fetten Budget von 160 Millionen Dollar auf die Beine gestellt wurde. Und das zu einer Zeit, in der das MMO "Warcraft" schon lange nicht mehr so viele Zocker vor die Bildschirme lockt wie noch vor zehn Jahren.
Ebenso interessant ist Regisseur Duncan Jones, der nicht nur Sohn des kürzlich verstorbenen David Bowie ist, sondern auch der schlaue Kopf hinter den Science-Fiction-Filmen "Moon" und "Source Code", die vor allem mit ihren intelligenten Geschichten auf sich aufmerksam machten und Jones ein kleines bisschen den Ruf eines Qualitäts-Regisseures verschafften.
Fans des Spieles werden mit Sicherheit zufrieden sein, in Anbetracht auf die detailgetreue Inszenierung. Figuren, Kostüme, Waffen, Zaubersprüche und Welten: Man hat sich wirklich bemüht nah am Original zu bleiben. Die Illusion der Fantasy-Welt funktioniert allerdings nur bedingt. Während beim "Herr der Ringe" die Elfen wie Elfen aussehen und die Zwerge wie Zwerge, so sehen die Elfen hier aus wie Schauspieler in Elfenkostümen mit lächerlichen Swarovski-Kristallen in den Augen und die Zwerge wie zusammengepresste Menschen. Wenigstens die künstlichsten aller Wesen, die Orks selbst, sind gut gelungen und haben mehr Charaktertiefe als die anderen Figuren.
Das Drehbuch haut allerdings keinen Krieger vom Pferd. Die Geschichte erhält das Prädikat: nett. Immerhin ist die Atmosphäre düsterer als in vielen anderen Fantasy-Filmen, was vor allem der Opferbereitschaft des Scriptes zu verdanken ist, denn Jones lässt immer mal wieder wichtige Figuren auf der Leinwand sterben - soviel Konsequenz war nicht zu erwarten. Und Jones entgeht oftmals auch der Verlockung, seine Figuren wie vom Gummibärensaft beseelt über die Leinwand hüpfen zu lassen, um die Kinder in den Kinosesseln zu beglücken.
Natürlich sieht in "Warcraft: The Beginning" alles sehr künstlich aus, aber das kann man einer Videospiel-Verfilmung nur bedingt ankreiden. Dass Duncan Jones es schafft ein paar sympathische Figuren zu zeichnen und mit einer Story überrascht, die zwar nicht originell, aber zumindest recht erwachsen ist, macht diese actionreiche Schlacht immerhin sehr kurzweilig. Das Ergebnis ist ein ordentliches Epos, das viele andere Regisseure mit Sicherheit schlechter gemacht hätten als der Jones.

Fazit: 55 %

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