10. Juli 2016

Detective Dee und das Geheimnis der Phantomflammen

© Koch Media

Regie: Tsui Hark
Land / Jahr: China, Hongkong 2010












Im Jahr 689 der Tang-Dynastie soll Wu Zetian (Carina Lau) zur Kaiserin gekrönt werden. Bei den Bauarbeiten einer gigantischen Buddha-Statue kommt es jedoch zu merkwürdigen Selbstentzündungen. Detective Dee (Andy Lau) bekommt den Auftrag den Ursprung der Phantomflammen zu untersuchen.
Für diesen extrem aufwändigen und kostspieligen Hongkong-Fantasy-Actioner mit Agenten-Elementen wollten die Produzenten absolut auf Nummer Sicher gehen, setzten den Asienfilm-Veteranen Tsui Hark auf den Regiestuhl und gewannen Andy Lau für die Hauptrolle. Lau geht mittlerweile stramm auf seinen 200. Film zu.
Er spielt einen Ermittler, der stets ausgezeichnete Herleitungen für allerhand Probleme hat. Rational geht er die mysteriösen Phantomflammen an. Das ist eigentlich immer zu begrüßen, macht aber wenig Sinn, wenn viele andere Figuren andauernd so ziemlich allen Naturgesetzen trotzen. Es wird gesprungen, geflogen und gehüpft. Wieso sollen sich dann die Phantomflammen an die Naturwissenschaften halten?
Doch es gibt noch ein viel dickeres Problem mit den lodernden Flämmchen. Denn während Schauspieler, Kostüme und Ausstattung alle in der oberen Liga mitspielen, so hat man sich für richtig billige CGI entschieden. Die brennenden Körper sehen einfach nur ganz, ganz grauenhaft animiert aus. Großes Asia-Kino mit Spezial-Effekten aus der Mülltonne. Das ist überhaupt nicht schön anzusehen.
Was aber immerhin gelungen ist, ist das Tempo, das Regisseur Hark vorgibt. Der Altmeister spult zwar technisch nur sein übliches – wenn auch überdurchschnittliches – Programm ab, ohne dabei auf tolle Ideen zu setzen. Dafür ist das Endprodukt immerhin unterhaltsam und von Anfang bis Ende ziemlich längenfrei.
Der asiatische „Sherlock Holmes“ konnte zwar bei den 30. Hong-Kong-Filmawards den Preis für die besten Spezial-Effekte abräumen, im internationalen Vergleich gehen die Phantomflammen aus Hong Kong allerdings höchst pixelig aus. Das ist für eine solch große Produktion nicht angemessen. Auch die Mischung aus einem absolut rational ermittelnden Detektiv und den zahlreichen Verletzungen so ziemlich jedes Naturgesetzes kann nicht gefallen. Immerhin ist „Detective Dee und das Geheimnis der Phantomflammen“ unterhaltsam geraten.

Fazit: 45 %

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