9. Juli 2016

Ein ganzes halbes Jahr

© Warner

Regie: Thea Sharrock
Land / Jahr: Großbritannien 2016












Louisa Clark (Emilia Clarke) verliert ihren Job in einem kleinen Café. Da ihre Familie auf das Geld angewiesen ist, nimmt sie eine Anstellung als Pflegerin bei einer reichen Familie an. Dort soll sie sich um den querschnittsgelähmten William Traynor (Sam Claflin) kümmern, der allerdings keinen Lebensmut mehr hat.
Zwar hat Roman-Autorin Jojo Moyes schon 2002 ihr erstes Buch („Die Frauen von Kilcarrion“) veröffentlicht, der ultimative Durchbruch gelang ihr allerdings erst zehn Jahre später mit „Ein ganzes halbes Jahr“. In 34 Sprachen wurde das Buch übersetzt, konnte locker die Millionenmarke an verkauften Exemplaren in Deutschland knacken. Kein Wunder, dass ein großes Hollywood-Studio sich direkt die Rechte an diesem Mega-Erfolg sicherte.
Eine der beiden Hauptrollen wird gespielt Emilia Clarke, die in der Erfolgs-Serie „Game of Thrones“ die Rolle der wasserstoffblonden Daenerys Targaryen spielt. Der reiche Knabe an ihrer Seite wird gespielt von Sam Claflin, der sich mit Buchverfilmungen auskennt, schließlich spielte er in der „Panem“-Reihe den schüchternen Finnick Odair. Allerdings sind nicht beide Hauptdarsteller dafür verantwortlich, dass die Moyes-Adaption recht gelungen ist.
Emilia Clarke spielt nicht die bezaubernde Schönheit wie in „Game of Thrones“, sondern das liebevolle und stets kunterbunt gekleidete nette Dorfmädchen. Dabei wirken ihre eigensinnigen und knalligen Kostüme nicht wie eine Verkleidung, denn Clarke gleicht das wunderbar mit ihrem lockeren und sympathischen Spiel aus. Man hat beinahe schon Mitleid mit ihrer Louisa, da Will anfangs sehr distanziert und abweisend ist.
Und der querschnittsgelähmte Will verliebt sich zwar in Lou, würde aber trotzdem lieber die Zeit zurückdrehen. Er trauert seinem alten Ich hinterher, denn anstatt des an den Rollstuhl gefesselten, unsympathischen Bonzen-Griesgrams wäre er lieber wieder der unsympathische Bonzen-Griesgram. Darsteller Sam Claflin kann da nicht viel machen, denn die Rolle ist nun einmal so geschrieben, dass sein Will arrogant und verwöhnt ist.
Regisseurin Thea Sharrock ist an die Vorlage gebunden und muss deshalb Sam Claflins Rolle so inszenieren wie im Roman. Wenigstens die Louisa ist ihr sehr gut gelungen und der große Lichtblick in dieser ordentlichen, weil auch sehr romannahen Adaption. Moyes‘ Plädoyer für Sterbehilfe ist natürlich diskutabel, aber adäquat umgesetzt. Kein großer Liebesfilm, aber zumindest ein sehr ordentlicher.

Fazit: 60 %

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