20. Juli 2016

Independence Day: Wiederkehr

© 20th Century Fox

Regie: Roland Emmerich
Land / Jahr: USA 2016












Seit dem Alien-Angriff im Jahr 1996, bei dem drei Milliarden Menschen getötet wurden, sind die Menschen bestens gegen eine neue Invasion gerüstet - glauben sie zumindest. Als die Außerirdischen dann allerdings mit einem neuen Raumschiff mit einem 5000-Kilometer-Durchmesser an die Erdkruste klopfen, sieht es so aus, als würden die Aliens diesmal gewinnen.
1996 war der erste "Independence Day" ein dermaßener Mega-Erfolg - der Film spielt mehr als 850 Millionen Dollar weltweit ein -, dass es schon extrem verwunderlich ist, das Hollywood nicht schon vorher auf die Idee gekommen ist, mit einem zweiten Teil nochmal ordentlich Geld zu machen. Für Emmerich wird es auch langsam wieder Zeit, einen echten Blockbuster in die Kinos zu schicken, schließlich hat er in den vergangenen Jahren anstatt Katastrophen-Filmen vornehmlich Film-Katastrophen gedreht.
Sein Neanderthaler-Film "10.000 BC" (2008), das Weltuntergangs-Szenario "2012" (2009) sowie das Homosexuellen-Drama "Stonewall" (2015) fiehlen nicht nur bei den Kritikern gnadenlos durch, auch waren sie an den Kinokassen nur bedingt erfolgreich. Dem "Independence Day"-Franchise vertrauten die Produzenten soweit, dass sie Emmerich noch einmal 165 Millionen Dollar anvertrauten.
Doch auch wenn das verdammt viel Geld ist, reichte es trotzdem nicht, um Superstar Will Smith erneut in den Kampf gegen die Außerirdischen zu schicken. Smith verlangte für das Paket von Teil zwei und drei sagenhafte 50 Millionen Dollar. Das ist selbst für solch ein Riesen-Projekt kaum zu stemmen, schließlich muss Emmerich noch genügend Geld haben, um es für sinnlose CGI zu verprassen.
Eines kann man "Independence Day: Wiederkehr" aber nicht vorwerfen: Man merkt dem Film deutlich an, dass Emmerich nicht nur denselben Alien-Angriff noch einmal drehen wollte. Emmerich ist durchaus bemüht, dem Zuschauer etwas zu bieten und seine Geschichte weiterzuentwickeln. Das Ergebnis ist allerdings ein dürftiger, lauwarmer Actionfilm, dem es vor allem an der Leichtigkeit und dem Charme seines Vorgängers fehlt.
Jeff Goldblum und eventuell noch Bill Pullman können annähernd wieder an Teil eins anknüpfen, aber gerade die jungen Wilden wie Liam Hemsworth und Jessie T. Usher gehen vollkommen unter. Während Hemsworth noch irgendwo in der Sphäre von "gleichgültig" schwebt, ist Usher ein gänzlich unwürdiger Nachfolger von Will Smith. Schade, dass seine Figur nicht in den ersten Minuten des Films draufgeht.
"Independence Day: Wiederkehr" ist weniger ärgerlich als es der missratene Trailer noch vermuten ließ, weil Regisseur Roland Emmerich bemüht ist, eine Geschichte zu erzählen und weil er größere Peinlichkeiten umschifft. Allerdings fehlt es dem Film an der Leichtigkeit, dem Flair und dem Charme seines Vorgängers - und zwar auf allen Ebenen. Während es der Deutsche in den 90ern vielleicht noch ein bisschen konnte, macht er in diesem Jahrtausend fast alles falsch und wirkt fast wie ein Anfänger als wie ein Film-Veteran.

Fazit: 40 %

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