31. Juli 2016

Ritter der Dämonen

© CIC Video

Regie: Ernest R. Dickerson
Land / Jahr: USA 1995












Ein einsamer Krieger namens Brayker (William Sadler) ist seit Jahrzehnten auf der Flucht vor dem Collector (Billy Zane). Der versucht im Auftrag der Dämonen alle sieben Schlüssel zu finden, die das Tor zur Hölle endgültig öffnen. In einem schäbigen Motel in New Mexico verschanzt sich Brayker vor seinem diabolischen Jäger.
In den 1950er Jahren waren die "Geschichten aus der Gruft"-Comics nette Grusel-Unterhaltung für Jungs, die sich  mit Untoten, Zombies, Mumien, Dämonen und Außerirdischen die Zeit vertrieben. Erzählt wurden die nicht ganz so schaurigen, aber sehr actionreichen und oftmals blutrünstigen Kurzgeschichten von einem sympathischen klapprigen Skelett: dem Crypt-Keeper.
Nach einer blutarmen Zeichentrick-Variante in den 80ern, die auf ein jüngeres Publikum abzielte, gab es Mitte der 90er Jahre auch zwei Kino-Auswertungen, die verhältnismäßig kostspielig produziert wurden: 1995 "Ritter der Dämonen" und ein Jahr später "Bordello of Blood". Letzterer rentierte sich aber nicht wirklich für das Studio, so das danach auch schnell wieder Schluss war.
Es gibt aber auch Filme jenseits des Dollars, die wesentlich besser geraten sind als es zu vermuten gewesen wäre. "Ritter der Dämonen" ist definitiv ein solcher Vertreter. Der Film ist kein Geniestreich was die Story anbelangt, aber mit einer Flut von amüsanten, absurden, verrückten Ideen sorgt Regisseur Ernest R. Dickerson für jede Menge Abwechslung.
Sein hinterhältiger Collector wird von einem Billy Zane in Bestform gespielt (für Billy-Zane-Verhältnisse). Er ist kein Schlachter oder sonstwie primitiver Antagonist: Der Collector ist eher wie der Satan in der Bibel. Er verführt, belabert und trickst aus. Jedes noch so miese Mittel ist ihm recht, um an sein Ziel zu kommen.
Horror-Atmosphäre kommt nur wenig auf, Splatter-Freunde kommen aber voll auf ihre Kosten. Das Blutvergießen ist wirklich abwechslungsreich: Hier ein abgerissener Arm, dort ein Kopfschuss mit einer Schrotflinte aus kürzester Distanz. Die Szenen sind kurz, aber zünftig und in den 90ern noch so schockierend gewesen, dass CIC Video die Kassetten zurückrief, um einer drohenden Indizierung zu entgehen - damals war ein wegen Jugendgefährung indiziertes Medium noch schlecht für den Ruf einer Firma.
"Ritter der Dämonen" ist billige Unterhaltung, die aber höllisch Spaß macht, die sympathisch ist und die ein Füllhorn an tollen Ideen bietet. Anstatt auf Spannung und Atmosphäre wird auf Action und Splatter gesetzt, was aber gut funktioniert. Aus der eigentlich geplanten Trilogie wurde leider aber nichts, weil der zweite Teil "Bordello of Blood", der bis auf den Crypt-Keeper nichts mit diesem gemeinsam hat, zu wenig zahlende Gäste in die Lichtspielhäuser lockte. Schade.

Fazit: 65 %

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