4. Juli 2016

Touchdown - Sein Ziel ist der Sieg

© Columbia TriStar

Regie: David Anspaugh
Land / Jahr: USA 1993












USA Anfang der 70er Jahre: Daniel Eugene Ruettiger genannt Rudy (Sean Astin) kommt aus einfachsten Verhältnissen. Sein großer Traum ist es an der University of Notre Dame angenommen zu werden und für das Football-Team der Fighting Irish zu spielen. Seinen Mangel an physischer Präsenz und Intelligenz will er mit Eifer und Kampfgeist wieder wettmachen.
David Anspaugh hat sich als Regisseur an unterschiedlichen Sportarten versucht, seine Geschichten beruhen stets auf wahren sporthistorischen Begebenheiten: In "Freiwurf" (1986) ging es um High-School-Basketball Mitte der 50er Jahre, in "Das Spiel ihres Lebens" (2005) erzählt er von dem Fußball-Weltmeisterschaftsspiel der US-amerikanischen Nationalmannschaft gegen die übermächtigen Engländer bei der WM 1950.
Seinen besten Film hat Anspaugh aber mit dem Football-Drama "Touchdown" abgeliefert, der im Original den viel passenderen Titel "Rudy" - nach dem Spitznamen seiner Hauptfigur - trägt. Herzstück dieser intelligenten 70er-Jahre-Biographie ist Protagonist Rudy, gespielt von einem absolut überzeugenden Pre-"Herr der Ringe" Sean Astin.
Astin spielt nicht den üblichen Über-Sportler, der ein sensationelles Talent, einen unfassbar kräftigen Wurfarm oder eine andere Fähigkeit hat, die ihm einen Vorteil gegenüber anderen Sportlern verschafft. Sein Rudy kommt seinem großen Ziel mit viel Einsatzbereitschaft, Willen und vor allem Fleiß näher. Schritt für Schritt. Und das obwohl er körperlich wenig bis gar nicht für das Football-Spielen geeignet ist.
Genau das macht den gesamten Film so sympathisch: Ganz unamerikanisch kommt Rudy nicht mit seinen Fäusten oder dicken Sprüchen weiter. Er erarbeitet sich die Aufmerksamkeit seiner Kommilitonen, seiner Familie, seiner Freunde. Der Film ist so aufrichtig wie seine Hauptfigur, braucht keine billige Dramatik, sondern zieht die komplette Kraft aus dem wunderbar starken Drehbuch.
"Touchdown" ist eine sehr schöne, weil so unaufgeregte Biographie eines durchschnittlichen Menschen mit großen Träumen. Ein Film, der Hoffnung macht, weil die Message ist, dass mit Fleiß und Ehrgeiz vieles geschafft werden kann und dass Erfolg nicht verschenkt wird. Zudem punktet Anspaughs Regie mit stilvoller Zurückhaltung. Einer der besten Football-Filme aller Zeiten, der allerdings ziemlich wenig Football beinhaltet - was aber zu verzeihen ist.

Fazit: 75 %

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