30. Juli 2016

Tschiller: Off Duty

© Waner

Regie: Christian Alvart
Land / Jahr: Deutschland 2016












Lenny Tschiller (Luna Schweiger) reist auf eigene Faust nach Istanbul, um dort den Mörder ihrer Mutter mit einer Pistolen-Kugel zu versehen. Der naive Plan geht schief: Lenny wird an Menschenhändler verkauft. Problem für die Kriminellen: Lennys Vater Niklas (Til Schweiger) hätte seine Tochter gern unversehrt wieder - um jeden Preis.
Viermal war der Schweiger schon im Fernsehen für die "Tatort"-Reihe im Einsatz, hat dabei sogar seine Anstellung bei der Polizei verloren. Jetzt ist er außer Dienst, also "Off Duty" unterwegs, und ermittelt in eigenen Interessen. Der Sprung auf die Leinwand kostet vier- fünfmal soviel wie ein gewöhnlicher Schweiger-"Tatort".
Natürlich war es klar, dass Schweiger derjenige ist, der einen modernen "Tatort" ins Kino bringt. Schließlich hatte er schon immer dieses unstillbare Verlangen, möglichst amerikanische Filme zu machen und die kosten nun einmal wesentlich mehr Geld als deutsche Produktionen. Wenn Schweiger einen Actionfilm macht, dann soll es schließlich auch richtig knallen. Der Til mag einfach Böller und Feuerwerk und viel Bumm-Bumm.
Im Vergleich mit Schweigers großen Vorbildern aus Übersee orientiert sich "Tschiller: Off Duty" eher an Genre-Klischees aus den 90ern und lässt wirklich keine Peinlichkeit aus: Er springt durch Wände, wenn zehn Zentimeter weiter eine Tür ist und seine Prügelpartner warten gerne ganz paassiv darauf, dass der Til zuerst haut. Immerhin führt die 90er-Kopie aber auch dazu, dass er nicht wie ein Flummi rumhüpft und CGI zum Selbstzweck gibt es auch nicht. Die Action ist dumm, die Action ist schlecht, aber wenigstens ist sie noch echt und handgemacht.
Und wenn der Til nicht selbst die Anweisungen gibt, dann sucht er sich gerne den Christian Alvart als Regisseur aus. Der hat keine Ahnung vom Filmemachen, kann aber ganz toll das kopieren, was dem Til so an US-Filmen gefällt. Völlig unkreativ, aber handwerklich solide immitiert Alvart dann das, was er soll - fertig ist der "Til-Schweiger-US-Tatort".
Leider orientiert sich "Tschiller: Off Duty" zu sehr an schlechten US-Actionern. Dafür nimmt sich Christian Alvart eine Menge Zeit und streckt den Film auf unerträgliche 141 Minuten - muss nicht sein. Wenigstens gibt es neben der völlig untalentierten Luna Schweiger, die es ohne eine Tonne Vitamin B niemals auch nur auf RTL2 geschafft hätte, aber auf "echte" Schauspieler: Fahri Yardim stiehlt Schweiger als Sidekick die Show, Özgür Emre Yildirim gefällt als Super-Bösewicht.

Fazit: 35 %

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