11. August 2016

Fast Girls

© Capelight Pictures

Regie: Regan Hall
Land / Jahr: Großbritannien 2012












Shania Andrews (Lenora Crichlow) ist bei einem Qualifikationslauf so schnell unterwegs, dass die Läuferin sich für die Weltmeisterschaft qualifiziert. Ihre größte Konkurentin kommt aber nicht aus einer anderen Mannschaft - ihre versnobte Teamkollegin Lisa Temple (Lily James) gönnt ihr den Erfolg nicht. Und dann sollen die beiden noch zusammen in einer Staffel laufen.
Unterschichten-Sprinterin mit großem Herz gegen reiche Läuferin mit einem Sport-Stammbaum: "Fast Girls" bietet den üblichen Konkurrenzkampf zwischen zwei völlig unterschiedlichen jungen Frauen. Mit dem kleinen Unterschied, dass dieser Kampf intern ausgetragen wird. Die "Bösen" sind hier nicht etwa Teams aus anderen Vereinen oder Nationen.
Leider geht es Regisseur Regan Hall nur sekundär um den Sport, um das anstrengende Training und um das, was man opfern muss, für den Leistungssport. Hall ist der Catfight wichtiger. Diese kleinen Kämpfe, die die echten Wettkämpfe begleiten. Und Hall genießt es, die beiden Mädchen gegeneinander auszuspielen.
Leider artet "Fast Girls" oftmals in einen pubertären Wettstreit aus, aus dem jüngere Zuschauer nützlich Lehren fürs Leben ziehen können. Eine Taktik, die dem erwachsenen Zuschauer nur dann gefallen kann, wenn er sich darauf einlässt, von diesen rasanten Damen nur nett unterhalten zu werden. Ein bisschen Culture Clash ist inklusive; schießlich tritt hier Unterschicht gegen Oberschicht an.
Dafür muss man den beiden Erzfeindinnen zu Gute heißen, dass sie wirklich gut in ihren Rollen aufgehen. Lenora Crichlow spielt eine glaubwürdige junge Frau, die sich neben dem Sport noch um allerhand familiäre Probleme kümmern muss. Auch von ihrer Tante, bei der sie wohnen durfte, wird sie wegen ihrer Schwester rausgeschmissen. Ihre Kontrahentin ist das genaue Gegenteil: die strohblonde Lily James spielt eine Erfolgs-Sportlerin, bei der es nur ums Gewinnen geht. Die Steine in ihrem Weg räumt ihr Bonzenvater weg.
"Fast Girls" ist ein Sportlerdrama mit einem heiteren Unterton, um auch (oder vor allem) die jugendlichen Zuschauer bei Laune zu halten. Handwerklich solide inszeniert und gut gespielt wird allerdings eine von Klischees behaftete Handlung geboten, die oftmals vorhersehbar ist. Ein netter kleiner Film im Leichtathletik-Milieu, der sogar eine Auszeichnung einheimsen konnte - und zwar eine sehr kuriose: Beim nordkoreanischen Pjöngjang International Film Festival bekam "Fast Girls" den Preis für die beste Kamera. Diktatoren scheinen Sport einfach zu lieben.

Fazit: 50 %

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