10. August 2016

Mortal Kombat

© Kinowelt

Regie: Paul W. S. Anderson
Land / Jahr: USA 1995












Neun von zehn Mortal-Kombat-Turnieren hat der mächtige Shang Tsung (Cary-Hiroyuki Tagawa) bereits gewonnen. Sollte er auch den zehnten Wettstreit für sich entscheiden, dann wird die Erde seiner Kontrolle unterworfen. Um dies zu verhindern scharrt Donnergott Rayden (Christopher Lambert) eine Gruppe der besten Kämpfer um sich.
Neben "Street Fighter" war die "Mortal Kombat"-Reihe der größte Beat-'em-up-Erfolg, der in den 90ern über die Bildschirme der Videospieler flackerte. Sie gehörten zu den frühesten Vertretern von Videospielen, die eine Adaption für die Kinos bekamen. In "Mortal Kombat" sollte der "Highlander" Christopher Lambert in der Rolle des Donnergottes Rayden der Leinwand-Version ein bekanntes Gesicht verleihen.
Aus einigen Fehlern der ersten Versuche erfolgreiche Videospiele auf die Leinwand zu bringen hat Paul W. S. Anderson gelernt, sein "Mortal Kombat" wirkt bei weitem nicht so hektisch und albern wie "Super Mario Bros." oder eben jener "Street Fighter". Anderson führt seine Figuren eine nach der anderen ein und verspürt nicht diesen Zwang, alle Charaktere der ersten beiden bis zum Produktionsdatum des Filmes erschienenen Videospiele auch tatsächlich mit einem Kino-Auftritt zu beglücken. Eine gute Entscheidung: Wer das Spiel nicht kennt, wird nicht überfordert; andererseits gibt es genügend Gesichter aus den Spielen wiederzuentdecken.
Allerdings stand Anderson vor einem Problem, dass alle seine Kollegen, die ebenfalls Videospiele adaptiert haben, vorher nicht hatten: "Mortal Kombat" hatte nicht nur in Deutschland arge Probleme mit der Zensur wegen der extremen Gewaltdarstellungen, schließlich waren die sogenannten "Fatalities" einer der Hauptgründe wieso die Reihe überhaupt erst so erfolgreich war. Ein Zwiespalt, für den es keine gute Lösung gab.
Der Regisseur entschied sich ein paar der beliebten Tötungsszenarien zu übernehmen, allerdings nur die harmlosesten, wie die Vereisung und Zerschlagung des Eises durch Sub Zero oder den Seelenraub durch Shang Tsung. Zudem wurden diese Szenen noch sehr unblutig gefilmt, einer Jugendfreigabe stand also nichts im Wege. Die Seele, ein ganz entscheidender Grund warum "Mortal Kombat" so beliebt war und ist, war dieses damals so unendlich skandalöse Gameplay-Feature.
Mit den zwei, drei Harmlos-Kills konnte Anderson oberflächlich behaupten, dass Spiel adäquat auf Film gebannt zu haben, jeder Fan, der aber länger als eine Stunde vor der Konsole verbracht hatte, fühlte sich betrogen. Erwartet wurde ein düster-blutiges Schlachtfest mit tollen Kampfszenen, was man bekam war ein netter Ansatz, aber auch nicht mehr.
"Mortal Kombat" bietet, so wie alle Videospielverfilmungen bis dato, eine an Schwachsinn grenzende Handlung garniert mit unterdurchschnittlich choreographierten Kampfszenen. Positiv hervorzuheben sind Kostüm und Ausstattung, die am besten den Geist der beliebten Spielreihe einfangen. Wenn doch wenigstens die Special Moves und Fatalities nicht so fadenscheinig oberflächlich integriert worden wären, wäre der Film immerhin durchschnittlich. Das Ergebnis ist eine Umsetzung voller leicht zu korrigierender Makel (abseits der Handlung, die ist ein Desaster). Im Vergleich mit den anderen Game-Adaptionen der 90er Jahre ist "Mortal Kombat" aber tatsächlich eine der besten Videospiel-Verfilmungen.
Eine witzige Anekdote ist übrigens die Tatsache, dass eigentlich Cameron Diaz die Rolle der Sonya Blade hätte spielen sollen. Doch beim Kampfsport-Training, das Diaz als Vorbereitung zu diesem Film absolvierte, verletzte sich der Hollywood-Star und musste durch Bridgette Wilson ersetzt werden.

Fazit: 40 %

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