9. August 2016

Savaged

© Ascot Elite

Regie: Michael S. Ojeda
Land / Jahr: USA 2013












Die taubstumme Zoe (Amanda Adrienne Smith) wird auf der Reise durch die Wüste zu ihrem Freund von einer Gruppe Rassisten gefangen genommen, vergewaltigt, getötet und verbuddelt. Doch ein Indianer erweckt sie wieder zum Leben und stattet sie mit den Kräften von Apachen-Kriegern aus. Jetzt wird die Gepeinigte zur Peinigerin und nimmt sich ihre Mörder vor.
"Savaged" ist ein strukturell völlig unscheinbarer Horrorfilm, wird doch die Rachegeschichte wie mit einer Schablone kreiert abgehandelt. Erst wird die Protagonistin ordentlich bearbeitet, im Anschluss dreht sie den Spieß um und zeigt den Herren einem nach dem anderen, wie schmerzhaft Metall im Fleisch sein kann. Ein ganz klassischer Rape-and-Revenge-Thriller mit dem minimalen Unterschied, dass Protagonistin Zoe hier nach 30 Minuten umgebracht wird.
Ein paar Ideen hat Regisseur Michael S. Ojeda dann aber doch parat, mit denen er die übliche Rachegeschichte ein wenig aufpoliert. Der optisch ansprechende Moment beispielsweise wenn die Indianer-Geister in Zoe einfahren. Auch ihr schwarzer Freund, der sich auf die Suche nach ihr macht und nicht von rassistischen Äußerungen provozieren lässt ist genreuntypisch.
Das war es aber auch schon und nicht nur Horror-Insidern, zu denen Ojeda mit Sicherheit gehört - dazu gibt es einfach zu viele eindeutige Verweise auf Horrorklassiker -, wird schnell klar, welche Formel hier angewendet wird. Denn bevor es zum großen Endkampf kommt, müssen ein paar der Rednecks ziemlich blutig dran glauben. Denn die Apachen-Krieger, die fortan Zoes Handeln bestimmen, belassen es ungerne bei einem Pfeil, solange das Opfer noch lebt. Zoe Maß an Gnade ist noch minimaler als das der Herren.
Der Splatter-Pegel ist hoch, zum Glück verfällt "Savaged" aber nicht in die belanglose Torture-Porn-Schiene, die mittlerweile salonfähig ist. Es wird gnadenlos gekillt, aber immerhin nicht sinnlos gefoltert. Das hat für den Film den Vorteil, dass er das horror-untypische hohe Tempo auch bis zum Ende durchhalten kann, während düstere Atmosphäre und Schreck-Momente doch viel zu kurz kommen.
"Savaged" hat ein paar kleine Höhepunkte, orientiert sich ansonsten aber viel zu sturr an der typischen Rape-and-Revenge-Formel eines "Ich spuck auf dein Grab". Splatterfreunde bekommen viel rote Soße geboten, eine Horrorikone wird die unsterbliche Kreuzung aus freundlicher Frau und blutdürstendem Indianer-Krieger allerdings nicht werden. Ein paar nette Kills und eine sehenswerte Indianer-Inkarnation gibt es aber immerhin zu sehen.

Fazit: 35 %

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