18. August 2016

Suicide Squad

© Warner

Regie: David Ayer
Land / Jahr: USA 2016












Um eine gefährliche Hexe und ihren Dämonen-Bruder daran zu hindern, die Menschheit zu versklaven, wird aus den gefährlichsten Verbrechern der Vereinigten Staaten eine Spezialeinheit zusammengestellt. Doch die sind eigentlich wenig daran interessiert, sich von der Regierung ausnutzen zu lassen.
"Außen sind wir schön, aber innen sind wir hässlich", sagt Harley Quinn (Margot Robbie) bei einer kurzen Verschnaufpause mitten im Film in einer Bar. Wie recht sie doch damit hat! "Suicide Squad" glänzt an der Oberfläche wie ein kleiner Diamant, doch beim genaueren Hinsehen, entpuppt sich der Edelstein als dreckige Kohle.
Der Erfolg des Filmes an den Kinokassen ist dem wirklich toll zusammen geschnittenen Trailer zu verdanken, der versprach nämlich weitaus mehr, als das Endresultat halten kann. Am Anfang ist noch alles gut: Die teilweise sympathischen, aber eigentlich durchweg interessanten Figuren werden stilvoll vorgestellt. Der Zuschauer ist gespannt, in welche Mission die ungleichen Verrückten wohl geschickt werden.
Von da an geht es langsam, aber so zielgenau wie eine Patrone abgeschossen von Deadshot (Will Smith) bergab. Aus dem absoluten Nichts kommt der ultraböse Incubus (Alain Chanoine) zu neuem Leben. Woher? Das weiß kein Mensch. Was er will? Wird nicht erklärt. Was dieser komische Leuchtstrahl soll? Bleibt sein Geheimnis, wahrscheinlich aber toll aussehen. Und wieso ist er so beschissen animiert? Wahrscheinlich hatte Ayer schon zuviel Zaster für den Rest aus dem Fenster geworfen. Der Auftritt, der Abgang, die Optik - eigentlich alles an Incubus machen ihn zu dem vielleicht schlechtesten und langweiligsten Bösewicht in der Geschichte der Comic-Verfilmungen.
Dabei ist das Produktionsdesign ansonsten ziemlich sicher. Die Bilder sind hübsch anzusehen, alles wird von toll ausgewählten Musikstücken untermalt und versetzt den Zuschauer so in das richtige Gefühl, das einfach gut zu den Szenen passt. Und dann gibt es noch Incubus, der wie ein Kilo Salz in einer richtig leckeren Mahlzeit wirkt.
Egal welche guten Entscheidungen David Ayer auch trifft, seine Regie ist definitiv nicht das dicke Problem daran, dass der Film immer schlechter wird. Das Drehbuch, das ebenfalls Ayer selbst aus dem Comic machte, ist der Grund für das schwache Resultat. Ayer liefert eine ganz schwache Handlung und schafft es dann noch nicht einmal diese wenigstens logisch zu inszenieren. Es gibt immer wieder Logik-Krater, die wirklich ärgerlich sind. Am schlimmsten ist aber, dass es nicht den geringsten Grund gibt, die "Suicide Squad" aus dem Gefängnis zu lassen. Wer lässt bitte einen Haufen Verrückter frei um einen einzigen Irren zu fassen? Das macht keinerlei Sinn.
Zwischen den vielen sehr schwachen Momenten gibt es immer wieder auch schöne Szenen, aber wenn dann der Super-Dämon Incubus beispielsweise mit einem Bummerang attackiert wird, nachdem Maschinengewehre und ein Flammeninferno nichts ausrichten konnten, dann kann ein halbwegs intelligenter Mensch einfach nur mit dem Kopf schütteln. Und Unverhältnismäßigkeiten dieser Art gibt es zuhauf.
Bei "Suicide Squad" gibt es genau zwei Gewinner: Einerseits die Produzenten, die sich mit dieser Schummelware die Taschen ordentlich voll machen und andererseits Margot Robbie, die eigentlich immer nur kleine Nebenrollen gespielt hat und diesmal alle Blicke auf sich zieht mit ihrer charmant-verrückten Blondine Harley Quinn. Äußerlich ist nicht nur Quinn hübsch, sondern auch der gesamte Film, aber innen drin gibt es ein schwaches Drehbuch, einen (wie immer) nervigen Jai Courtney und einen unterirdischen Antagonisten. Wenigstens wirds zwischendurch nicht langweilig.

Fazit: 45 %

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