15. September 2016

Eyes of my Mother, The

© Msgnet Releasing

Regie: Nicolas Pesce
Land / Jahr: USA 2016












Francisca (Olivia Bond, Kika Magalhaes) lebt mit Mami und Papi auf einer kleinen Farm. Als eines Tages ein Fremder kommt und die Mutter tötet, bricht ihre Welt auseinander. Der Vater kettet den Fremden im Stall an, Francisca muss ihn täglich füttern. Als dann auch der Vater stirbt, hat das verstörte Mädchen nur noch den Mann in Ketten.

Keine 20 Seiten dick
Schwarz/weiß ist bei Genrefilmen immer so eine Sache, manchmal kommen echte Horror-Perlen dabei rum, manchmal gibt es monochrome Bilder nur zum Selbstzweck. Letzteres ist leider in "The Eyes of my Mother" der Fall. Nur der Ästhetik halber greift Regisseur Nicolas Pesce auf diese Technik zurück, Sinn macht das nicht.
Eigentlich macht nichts in diesem langatmigen Machwerk Sinn. Dem kleinen Mädchen ist es vollkommen egal, ob seine Mutter tot ist. Der Vater rächt sich kurz, setzt sich dann aber wieder vor die Glotze, als ob er schon tausend Mal jemanden umgebracht hätte. Das Drehbuch ist wahrscheinlich keine 20 Seiten dick, doch trotzdem schafft es Nicolas Pesce nicht, dieses mutmaßlich dünne Heftchen mit logisch-denkenden Figuren zu füllen.
Pesce will Skandal, will einen kontroversen Film zeigen. Doch wie fast immer, lässt sich das nicht erzwingen. Wer sich einmal pro Woche eine RTL-Produktion ansieht, den könnte "The Eyes of my Mother" schocken. Jeder Mensch, der eine Handvoll Horrorfilme gesehen hat, dessen Herz könnte eher vor Langeweile stehen bleiben als vor Angst. Es gibt keine Spannung, das einzige Fünkchen Atmosphäre kreiert Kamermann Zach Kuperstein mit seinen zugegeben sehr ästhetischen Bildern. Auch diejenigen, die auf Splatter und Gore hoffen, werden maßlos enttäuscht sein. Alle Morde geschehen im Off, es gibt auch in diesem Bereich nichts zu sehen.

Unerträgliche Längen
Obwohl "The Eyes of my Mother" lediglich 77 Minuten läuft - und das inklusive Abspann - ist er unerträglich lang, langsam und langatmig. Die Einstellungen sind mitunter endlos, das sinn- und logikfreie Verhalten der gar nicht mal so schlecht spielenden Kika Magalhaes lässt den Zuschauer vollends kalt.
Story: Nicht vorhanden, Spannung: Nicht vorhanden, Regie: Nicht vorhanden, Splatter: Nicht vorhanden, Logik: Nicht vorhanden. Wer "Berlin - Tag & Nacht" für eine glaubwürdige Dokumentation mit echten Menschen hält, dem kann man auch "The Eyes of my Mother" als Kunst verkaufen. Alle anderen brauchen keine zehn Minuten Screentime, um diesen schändlichen Pseudo-Anspruch aufzudecken. Kamermann Zach Kuperstein verkauft sich mit diesem dümmlichen Machwerk vollkommen unter Wert.

Fazit: 20 %

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