14. September 2016

Girl with all the Gifts, The

© BFI

Regie: Colm McCarthy
Land / Jahr: USA, Großbritannien 2016












In der Zukunft besteht die Menschheit zum größten Teil aus Zombies, genannt "die Hungrigen". In einem unterirdischen Militärcamp wird an einem Gegengift geforscht - der Schlüssel zum Glück sollen Kinder sein, die ebenfalls Hungrige sind. Nach einem verheerenden Angriff auf die Basis scheinen die Chancen auf eine Rettung der Menschheit jedoch zu schwinden.

Immer wieder dasselbe Thema
Dieses dystopische Endzeitdrama beruht zwar auf dem gleichnamigen Roman von Mike Carey, doch wer sich minimalst im Zombie-Subgenre auskennt, dem wird schnell auffallen, was Careys Inspirationsquellen sind. Schamlos bedient er sich an Videospielen wie "Resident Evil" und "The Last of Us" und Filmen wie "28 Days Later", "I Am Legend" und so ziemlich jedem von George A. Romero geschaffenen Zombie-Film. Wer sich mal zehn Minuten hinsetzt könnte wahrscheinlich eine Liste mit locker 50 Titeln erstellen, mit Medien, die das Thema sehr ähnlich angehen.
Das was von Carey selber stammt ist die Idee mit den Kindern, aus denen man möglicherweise einen Antivirus machen könnte. Das ist allerdings auch schon alles. Ob es sich jetzt bei dem Auslöser um einen Virus oder eine Pilzinfektion handelt, macht keinen großen Unterschied. Auch das titelgebende Mädchen mit all den Fähigkeiten, kann eigentlich nichts. Lässt der Titel ein Kind erwarten, dass einiges drauf hat, so ist sein ganzes Können eine passive Eigenschaft.
Anfangs kommen jede Menge Fragen auf, was mit den Kindern ist und warum sich alle vor ihnen fürchten. Diese Fragen werden zwar alle beantwortet, dass Drumherum bietet dann aber doch wenig weitere Impulse. Nach dem Angriff auf die Basis konzentriert sich Regisseur Colm McCarthy vor allem auf Action und Unterhaltung und entwickelt seine Geschichte nicht weiter.

Über Stock und über Steine
Zwischen den ganzen Ballereien auf dem Weg nach und in London kommt "The Girl with all the Gifts" mitunter wie ein Wander-Film vor. Es wird minutenlang gegangen, gelaufen, gerannt - die Figuren sind permanent unterwegs ohne ein echtes Ziel zu haben. Das ist weder entertaining noch erzähltechnisch wertvoll, sondern einfach nur tote Screentime.
Und dann gibt es in der zweiten Hälfte noch die Kinder-Ewoks, die wie die kleinen "Star Wars"-Bärchen ein ländliches Leben in den leerstehenden Gebäuden der englischen Hauptstadt fristen und selbstgebastelte Waffen haben. Sie haben wirklich keinerlei Existenzberechtigung und hätten getrost komplett weggelassen werden können - oder sogar sollen.
"The Girl with all the Gifts" ist ein optisch aufwändiger Endzeit-Zombiefilm, der sich für besonders kreativ hält, aber nur die immergleiche Geschichte erzählt, die man schon hundertmal gesehen hat. Die an den Haaren herbeigezogenen Kinder-Ewoks und der gigantische Pilzbaum sollen ganz platt für mehr Spektakel sorgen. Technisch und darstellerisch ordentlich, kann "The Girl with all the Gifts" zumindest für kurzweilige Unterhaltung sorgen.

Fazit: 45 %

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