1. September 2016

Spieler mit der Nummer 5, Der

© good movies!

Regie: Adrián Biniez
Land / Jahr: Uruguay, Argentinien, Deutschland, Frankreich, Niederlande 2014











Der Profi-Fußballer Patón Bonasiolle (Esteban Lamothe) ist zwar schon 35 Jahre alt, dennoch sind seine Frau Ale (Julieta Zylberberg), seine Eltern und seine Mannschaft überrascht, als er verkündet, am Ende der Saison seine Sportler-Karriere beenden zu wollen. Ihm bleiben nur noch eine Handvoll Spiele, um herauszufinden, womit er nach dem Fußball seinen Lebensunterhalt bestreiten will.

Schulabschluss für den Fußball-Star
Für gewöhnlich legen Sportler-Filme ihren Fokus auf junge Menschen und begleitet sie dabei, wie sie vom Amateur zum Superstar werden. "Der Spieler mit der Nummer 5" macht es genau anders herum: Patón hat die besten Zeiten auf dem Fußballfeld hinter sich, während andere den Einstieg planen, macht er sich Sorgen um den Ausstieg.
Das geht ziemlich unaufgeregt vonstatten. Kein großes Drama, keine dicken Probleme: Patón will vielleicht seinen Schulabschluss nachholen, vielleicht aber auch zusammen mit seiner Gatttin Ale ein Geschäft für Frauenunterwäsche betreiben. Alles ist in der Schwebe, schließlich kann er nichts außer Fußballspielen. Selbst Rechenaufgaben für Zehnjährige bereitem ihm arge Probleme.
Das ist alles stimmungsmäßig recht heiter. Die Message scheint zu sein: Selbst wenn du nichts kannst, wird es schon irgendwie weitergehen. Nicht euphorisch, aber dennoch ziemlich optimistisch. Von einem ernsthaften Drama wie Darren Aronofskys "The Wrestler" ist "Der Spieler mit der Nummer 5" aber kilometerweit entfernt.

Ergebnisse sind irrelevant
Zwar ist es sympathisch, dass die Zuschauer bei den Fußballspielen nicht aus dem Computer stammen, sondern ein paar hundert Statisten auf die Ränge im Stadion verteilt wurden. Die Fußballszenen selbst sind aber sehr dürftig inszeniert. Nicht nur, dass es keinerlei Dramatik gibt - es spielt inhaltlich keine Rolle, ob die letzten fünf Begegnungen der Saison gewonnen oder verloren werden - auch optisch sind die Sportmomente auf dem Fußballfeld so oberflächlich inszeniert, dass es noch nicht einmal auffallen würde, wenn Hauptdarsteller Esteban vor Drehbeginn noch nie einen Fußball gesehen hätte.
"Der Spieler mit der Nummer 5" thematisiert das Leben nach der Profisport-Karriere, bleibt größtenteils aber sehr oberflächlich. Von den Figuren ist Ehefrau Ale die interessanteste, weil sie weiter im Leben steht als ihr Mann und versucht ihm zu helfen, ohne Streitereien zu provozieren. So viel Harmonie ist in Filmen leider eine Seltenheit. Wie man Fußball-Szenen auf die Leinwand bringt, muss Regisseur Adrián Biniez allerdings noch üben.

Fazit: 60 %

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