27. Oktober 2016

Fritz Lang

© W-film

Regie: Gordian Maugg
Land / Jahr: Deutschland 2016












Berlin kurz vor dem Zweiten Weltkrieg: Filmregisseur Fritz Lang (Heino Ferch) ist auf der Suche nach einem Stoff für seinen neuen Film. Als er von einem Serienmörder in der Zeitung liest, der in Düsseldorf sein Unwesen treibt, macht er sich auf nach Nordrhein-Westfalen, um Peter Kürten (Samuel Finzi) kennenzulernen.

Der Vampir von Düsseldorf
Vor dem Zweiten Weltkrieg gehört Deutschland zu den Zentren der Filmindustrie. Einer seiner ganz großen Filmemacher ist Fritz Lang, der mit Meisterwerken wie "Metropolis" und "Die Nibelungen" begeistern konnte. Für seinen neuen Film sucht Lang nach einem Thema und trifft auf den Kinder- und Frauenmörder Peter Kürten, besser bekannt als "Der Vampir von Düsseldorf".
Diese Treffen zwischen dem Filmgenie und dem Serienmörder soll es tatsächlich gegeben haben, als Lang für seinen späteren Geniestreich "M - Eine Stadt sucht ihren Mörder" recherchierte - auch wenn Lang sie später negierte. Der leibhaftige Kürten war der Prototyp für die unvergessene Figur, die Peter Lorre in Langs Film verkörperte.
Kürten wird in Gordian Mauggs Drama "Fritz Lang" von einem diabolischen Samuel Finzi gespielt, der Heino Ferch als titelgebenden Lang locker an die Wand spielt. Ferch bringt kaum etwas von Langs überragenden Intellekt rüber, während Finzis Blick den Eindruck vermittelt, als sehe man einem echten Mörder ins Gesicht.
Nahezu irreführend ist der Titel des Filmes. Ebenso wie es 2012 einen Film namens "Hitchcock" gab, der nur einen Fitzel der Schaffensphase des Maestros abbildete, so fokussiert sich auch "Fritz Lang" nur auf "M", als der Film noch Langs Kopfgeburt ist. "Lang und Kürten" wäre ein wesentlich passenderer Titel, könnte man Maugg vorwerfen, sein Film erfülle nicht im Geringsten den epochalen Biographieanspruch, den der Titel suggeriert.

Die Illusion misslingt
Ambitioniert ist Mauggs Werk sicherlich. Versucht er doch zwanghaft sein niedriges Budget zu vertuschen, indem er Selbstgefilmtes mit zeitgenössischen Aufnahmen aus dem Berlin Ende der 20er Jahre mischt, dazu noch ein paar Einstellungen aus Langs Filmen. Doch leider sind die Schnitte so hart, dass die Illusion niemals auch nur annähernd glaubwürdig scheint.
Zudem wirken das Drehbuch und die Inszenierung erzwungen artifiziell. Vollbild und schwarz/weiß gefallen, weil sie einfach so passend sind. Aber an vielen Stellen dreht sich "Fritz Lang" immer wieder im Kreis und versucht einem künstlerischen Anspruch gerecht zu werden, den weder Regie noch Drehbuch noch Kamera oder Schnitt halten können.
Diese Hommage ist zwar nicht schlecht, dem großen Filmgenie Fritz Lang aber dennoch unwürdig. Mauggs ist zwar ambitioniert, kann seine Ideen aber nicht gut genug umsetzen. Der Versuch ist lobenswert, aber "Fritz Lang" ist weit entfernt von der Biographie, die sich manch ein Cineast unter dem Titel erhofft. Einzig überzeugend ist Samuel Finzi, der einen erschreckend erschreckenden Mörder spielt.

Fazit: 50 %

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