27. November 2016

Arrival

© Sony

Regie: Denis Villeneuve
Land / Jahr: USA 2016












An zwölf verschiedenen Orten auf der Erde landen aus dem Nichts Raumschiffe; Welche Intention die Außerirdischen haben ist unklar. Die Sprachwissenschaftlerin Dr. Louise Banks (Amy Adams) bekommt den Auftrag an der amerikanischen Landestelle mit den Besuchern aus dem All zu kommunizieren. Gleichzeitig ziehen andere Länder militärische Schritte in Erwägung.

Œuvre von "gut" bis Meisterwerk
Wer die Filme des Kanadiers Denis Villeneuve kennt, der weiß, das "Arrival" definitiv nicht ein stumpfer Alien-Actionfilm werden würde. Villeneuves Werke bewegen sich stets irgendwo zwischen gut ("Polytechnique" und "Enemy") und sehr gut ("Sicario" und "Prisoners"), mit "Die Frau die singt" hat er sogar ein echtes Meisterwerk erschaffen. Bleibt nur noch die Frage, wo sich "Arrival" einordnet.
Ein Budget in Höhe von 47 Millionen Dollar konnte der Autorenfilmer wohl nur durch seine hochrangige Cast bekommen: Mit Amy Adams, Jeremy Renner und Forest Whitaker hat Villeneuve Schauspieler aus Hollywoods qualitativer Oberklasse vor die Kamera bekommen. Das Drehbuch müsste eigentlich eine eher verschreckende Wirkung auf Hollywood-Mogule haben: "Arrival" ist nicht nur einer der intelligentesten Filme Villeneuves, sondern sogar einer der anspruchvollsten Beiträge zum kompletten Science-Fiction-Genre.
Seine Figuren zeichnen sich nicht dadurch aus, dass sie besonders gut im Prügeln sind: Das Team um die Sprachwissenschaftlerin Dr. Banks gehört zu intellektuellen Elite. Entscheidungen werden mit dem Kopf getroffen. Es gibt keine einzige Szene, in denen körperlicher Einsatz relevant ist, um ein Ziel zu erreichen. Die Frage, welche Seite denn einen Krieg gewinnen würde, wird überhaupt nicht behandelt - und ist auch nicht oder kaum relevant.

Schlichter Look
Optisch begeistert "Arrival" vor allem mit seinem schlichten Look. Die Flugobjekte der extraterrestrischen Besucher sind so simpel wie möglich gehalten. Die Art und Weise, die Kreaturen hinter einer Art Glasscheibe, hinter der sich Nebel befindet, zu zeigen, ist geschmackvoll und passend. Insgesamt gibt das alles dem Film eine ästehtische Note, ohne dabei zu artifiziell und überdesignt zu wirken.
"Arrival" ist ziehmlich massenuntaugliche, hoch-qualitative Kino-Kost aus Hollywood für echte Cineasten - sowas bekommt man aus der Hochpreisliga nur selten zu Gesicht. Villeneuve beweist mit seinem allerersten Science-Fiction-Beitrag etwas extrem Seltenes: Es braucht keine Schlägertypen und keine Action-Szenen, für seinen Geniestreich - es fliegt keine einzige Faust in "Arrival". Obwohl alle Departments sehr gute Arbeit abliefern ist der Star hier definitiv das brillante Drehbuch, das im Laufe des Filmes immer besser wird und mit einem vorzüglichen Kniff endet.

Fazit: 85 %

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