8. November 2016

Dr. Strange

© Disney

Regie: Scott Derrickson
Land / Jahr: USA 2016












Dr. Stephen Strange (Benedict Cumberbatch) ist eine Medizin-Koryphäe. Als der Neuro-Chirurg aber einen schlimmen Unfall erleidet, werden vor allem seine Hände dabei so schwer verletzt, dass er praktisch arbeitsunfähig ist. Rettung könnte eine mysteriöse Vereinigung in Nepal bringen, die die Macht hat, magische Kräfte einzusetzen.

Tendenz zum Fantasy-Genre
Marvels späte Adaption um den magischen Arzt "Dr. Strange" steht etwas außerhalb der Tradition der Comic-Verfilmungen. Die Super-Kräfte des Doktors sind viel weniger physischer denn psychischer Natur. Scott Derricksons Film geht mit seinen Zauber-Tricks weitaus mehr in Richtung des Fantasy-Genres als die meisten anderen Comic-Verfilmungen.
Obwohl der Akademiker Dr. Stephen Strange vor allem aufgrund seiner geistigen Fähigkeiten zu seinem verdienten Ruhm kam, kommt der Film natürlich nicht umhin, die ordentliche Handlung mit generischen Wrestling-Einlagen anzureichern. Strange und seine Kontrahenten werfen sich gegenseitig spektakulär durch die Gegend, zu Verletzungen kommt es dabei selten. Dabei müssten die Figuren doch klüger sein und wissen, dass ihr Vorgehen auf die dumpfe Weise kaum zum Erfolg führen wird.
Zwar ist Bösewicht Kaecilius (Mads Mikkelsen) eigentlich auch ein potenziell cleveres Kerlchen, doch es ist ausschließlich der Doc, der dem Feind wenigstens ab und zu mal eine Finte stellt. Höhepunkt ist das täglich grüßende Murmeltier im Finale des Filmes - das ist zugegeben unerwartet intelligent gelöst für eine Comic-Verfilmung.

"Inception" in bunt
Optisch ist "Dr. Strange" eine Art bunte Version von Christopher Nolans "Inception". Die Figuren müssen sich in rotierenden Städten zurechtfinden, besonders Kaecilius hat seine helle Freude daran, seine Kontrahenten mit kippenden und drehenden Gebäuden zu verwirren. Das sieht sehr nett aus, hat auf die Handlung des Filmes allerdings nahezu gar keinen Effekt. Effekthascherei zum üblichen Selbstzweck.
Im Vergleich mit den anderen Marvel-Verfilmungen gehört "Dr. Strange" qualitativ zum oberen Drittel. Überdurchschnittliche schauspielerische Leistungen, ein inhaltlich unspektakuläres aber wenigstens konsequentes Drehbuch und sehr gute CGI sorgen für gute Unterhaltung. Die erzwungenen Actionszenen, ohne die man in Hollywood wohl kaum ein Riesen-Budget von 165 Millionen Dollar bekommt, gibt es glücklicherweise in erträglichen Dosen. Der Doktor darf gerne weiter operieren.

Fazit: 65 %

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