21. November 2016

Dracula

© Warner

Regie: Terence Fisher
Land / Jahr: Großbritannien 1958












Jonathan Harker (John Van Eyssen) nimmt eine Stelle als Bibliothekar bei Graf Dracula (Christopher Lee) an. Doch er hat in Wirklichkeit ganz andere Interessen, als dem Grafen die Bücher zu sortieren: Er glaubt, dass Dracula ein Blutsauger ist, der junge Frauen unterwerfen will. Mit Hilfe von Doktor Van Helsing (Peter Cushing) will er dem Grafen einen Holzpflock durch das Herz treiben.

Blutrote Lettern
Es braucht keine zehn Sekunden und der Zuschauer ist in der Geschichte gefangen: Über dem starren Bild einer gotischen Steinfigur werden in riesigen, blutroten Lettern Namen eingeblendet, im Hintergrund hämmert düstere orchestrale Musik. Alle drei Elemente passen unfassbar gut zueinander und sorgen direkt für beste Gothic-Horror-Atmosphäre.
In der Hauptrolle wird ein gewisser Peter Cushing als Doktor Van Helsing angepriesen. Doch der wahre Hauptdarsteller und spätere Mega-Star hat lediglich 13 Sätze in diesem Film zu sprechen: Christopher Lee hatte bereits in mehr als 50 Filmen und TV-Produktionen vor der Kamera gestanden als ihm mit dem Horror-Film "Dracula" der Durchbruch gelang. Der Rest ist Filmgeschichte: Lee spielte in insgesamt 280 Produktionen jeglicher Art.
Einige davon waren Filme des berühmten britischen Hammer-Studios. 1934 gegründet hatten sich die Briten auf Horror-Filme jeglicher und meist der besonders derben Art spezialisiert. Und da der berühmte Graf so verdammt erfolgreich in den Kino lief, verkörperte Christopher Lee 15 Jahre lang, von 1958 bis 1973, den royalen Blutsauger.

Märchen für Erwachsene
Was hier so gut funktioniert ist das perfekte Gothic-Feeling - und das ganz ohne schwarz/weiß. Die Beleuchtung, die Farben, die Kostüme, die Ausstattung: Alles hat diesen besonderen Reiz, dieses Märchenhafte, auf das man sich ohne lange zu zögern einlässt. Regisseur Terence Fisher hat es wirklich ausgezeichnet verstanden, dass Horrorfilme eigentlich nur Märchen für Erwachsene sind. Ein paar blutrünstige Pfählungen inklusive.
"Dracula" - oder auch "The Horror of Dracula" wie der Film alternativ betitelt wurde, um ihn von der Lugosi-Version aus den 30ern zu unterscheiden - ist nicht nur einer der besten aus dem Hause Hammer (und die Jungs haben wirklich den Horror-Markt über Jahrzehnte nicht nur qualitativ, sondern vor allem quantitativ dominiert), er ist einer der absoluten Genre-Klassiker und zugleich auch eine der besten Verfilmungen von Bram Stockers klassischer Mär. Satte Farben, ein gnadenloser Killer-Vampir, ein bombastischer Soundtrack und wunderschön beleuchtete Bilder - was will man mehr?

Fazit: 75 %

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