10. November 2016

Final Girls, The

© Sony

Regie: Todd Strauss-Schulson
Land / Jahr: USA 2015












Zu einem Erfolgsfilm hat es die Schauspielerin Amanda Cartwright (Malin Akerman) gebracht: dem blutrünstigen Splatterfilm "Camp Bloodbath". Als sie noch einmal an einer Vorführung des Filmes teilnimmt, wird sie zusammen mit ihren Freunden in den Film gezogen. Dort muss sie ein weiteres Mal dem Killer entkommen.

Drogen- und alkoholfrei
Was haben die berühmten Slasher-Serien "A Nightmare on Elm Street", "Halloween" und "Freitag der 13." gemein? Richtig, in allen beendet das sogenannte Final Girl, also eine drogen- und alkoholfreie, sexuell unangetastete junge Dame die Schreckensherrschaft des Serienkillers. Und um diese Power-Frauen geht es in der gleichnamigen Horror-Parodie "The Final Girls".
Hier wird allerdings nicht einfach alles veralbert, wie in den enttäuschend dummen "Scary Movie"-Filmen, sondern oftmals schön dekonstruiert. Sobald die Jugendlichen in dem Slasher "Camp Bloodbath" landen, werden die Farben hochgedreht, die Kostüme driften in grausame Neon-Töne ab und mit einem Smart-Phone weiß niemand dort etwas anzufangen. Denn der Film-im-Film spielt in den 80ern und da gelten eigene Gesetze. Nämlich die, des klassischen Horrorfilms, Subgenre: Slasher. Und die arbeiten immer wieder die gleiche Formel ab, bis zu dem erwartbaren Finale.
An den Kids liegt es nun, eben diese Formel zu durchbrechen, damit am Ende nicht alle tot sind - also alle, bis auf das Final Girl. Oftmals gelingt das gut, wenn beispielsweise die obligatorische Strip-Szene so weit hinausgezögert wird, bis alle Fallen gestellt sind - weil der Killer ja den Regeln entsprechend nicht vorher erscheint. Was allerdings nicht funktioniert, ist die Entscheidung ob sich die Handlung so oft wiederholt, bis die passende "Lösung" gewählt wurde. Manchmal ist das Schicksal entscheident, manchmal haben die Figuren auch die freie Wahl. Das ist leider sehr inkonsequent.

80er-Trash-Optik
Was allerdings nicht so sehr stört, ist die gütige Altersfreigabe in den USA. PG-13, also für alle ab 13 Jahren, dass minimiert den Gebrauch von rotem Sirup für gewöhnlich auf ein Minimum. Hier schleicht sich allerdings nicht das Gefühl ein, dass immer weggeblendet wird, sobald es blutig wird. Regisseur Todd Strauss-Schulson hat ein paar gute Ideen eingebracht, dass der Zuschauer sich nicht verarscht vorkommt.
Ein paar Gags funktionieren, ein paar andere nicht. Die neuen Regeln sind ärgerlicherweise immer so, wie sie gerade gebraucht werden und werden nicht überzeugend angewendet. Andererseits ist die Inszenierung mit vielen ungewöhnlichen Kameraschwenks, einer gelungenen 80er-Trash-Optik und einer guten Portion Ironie passend. "The Final Girls" hat das Potenzial richtig gut zu sein, dafür müsste die ganze Sache aber noch einmal konsequent überarbeitet werden. Dann hätte er sogar der neue Horrorfilm-Meta-Maßstab werden können - Der "Scream" des 21. Jahrhunderts. So ist er durchschnittliche Unterhaltung.

Fazit: 50 %

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