14. November 2016

Lauf seines Lebens, Der - The Flying Sikh

© Cargo Records

Regie: Rakeysh Omprakash Mehra
Land / Jahr: Indien 2013












Milkha Singh (Farhan Akhtar) ist einer der größten Athleten seines Landes, doch seine Erlebnisse während der Teilung Indiens holen ihn immer wieder ein und werfen ihn sportlich zurück. Dabei steht der "Flying Sikh" kurz davor, bei den Olympischen Spielen in Rom 1960 den Lauf seines Lebens zu absolvieren.

Olympische Spiele in Rom
"Der Lauf seines Lebens" erzählt eine etwas andere Sportlergeschichte: Einerseits ist Milkha Singh eine Legende in seinem Heimatland, andererseits sind seine internationalen Lorbeeren eher bescheiden. Erzählt wird seine Lebensgeschichte, wie er vom kleinen Soldaten zum Superathleten wird, der sogar bei den Olympischen Spielen antreten darf.
Am bemerkenswertesten ist dabei Hauptdarsteller Farhan Akhtar, der seinen Körper 18 Monate lang trainierte, um den Sprint-Inder zu spielen. Doch nicht nur optisch liefert Akhtar eine glaubwürdige Topleistung ab: Er geht förmlich in seiner Rolle auf. Diese Performance überzeugte auch die Kritiker und Zuschauer in seiner Heimat und bescherte ihm den Filmfare-Award 2014 - also den indischen Oscar - in der Kategorie "Bester Hauptdarsteller".
Rakeysh Omprakash Mehras Sportfilm ist optisch ebenso überzeugend geraten und liefert authentisch wirkende Bilder eines Indiens Mitte des 20. Jahrhunderts. Was da vor die Kamera gerät, das gefällt - seien es die ruhigen Szenen oder die rasanten Sprints. Mehra beweist ein gutes Händchen für Tempo und Timing, was "Der Lauf seines Lebens" zusätzlich zugutekommt.

Sprint im Marathon-Gewand
Was der Zuschauer hier an Screentime bewältigen muss, das ist allerdings kein 200-Meter-Sprint, sondern eher ein Marathon. "Der Lauf seines Lebens" ist nie langweilig, aber an vielen Stellen einfach zu lang. Mit etwas weniger Verliebtheit in sein Werk hätte Mehras einen sehr guten Filmbeitrag zur indischen Filmgeschichte in die Kinos bringen können. So vergibt er leider eine Menge Potenzial.
"Der Lauf seines Lebens" wäre gerne so episch wie der mit vier Oscars ausgezeichnete Leichtathletik-Vorzeigefilm "Die Stunde des Siegers", aber Epik wird nunmal nicht über Laufzeit definiert. Nichtsdestotrotz ist diese Biographie interessant - woran Hauptdarsteller Farhan Akhtar einen gehörigen Anteil hat.

Fazit: 65 %

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