12. November 2016

Monster Hunt

© Alive

Regie: Raman Hui
Land / Jahr: China, Hongkong 2015












Das antike China: Xiaolan (Baihe Bai) ist Monsterjäger-Novizin und versucht sich in ihrem Gewerbe einen Namen zu machen, da trifft sie auf den Taugenichts Song Tianyin (Boran Jing). Dem wurde ein Monster-Embryo eingepflanzt, das nun in seinem Bauch wächst. Gemeinsam wittern die beiden das dicke Geld, doch das Monster-Baby entpuppt sich als viel zu niedlich, um es zu verkaufen.

Fünf Monate lang Spitzenreiter
Immerhin fünf Monate lang - von Juli 2015 bis Februar 2016 - war "Monster Hunt" der erfolgreichste Film aller Zeiten an den chinesischen Kinokassen. Seit Februar 2016 haben die Filmfreunde aus dem Reich der Mitte einen neuen Liebling: Die Mischung aus Komödie, Drama und Fantasy "The Mermaid"  - ebenfalls eine chinesische Produktion - hat die Monster von ihrem Thron gestoßen.
Als "Monster Hunt" in die chinesischen Lichtspielhäuser kam, war der Run auf den Live-Action-Film, der mit unzähligen CGI angereichert ist, riesengroß. China hatte damit einen echten Konkurrenzfilm geschaffen zu den US-amerikanischen Blockbustern - jedenfalls was den Bombast und das Spektakel betrifft.
Im Vergleich mit den nicht zu leugnenden Hollywood-Vorbildern muss die China-Unterhaltung aber deutlich Abstriche machen. Das einzige, was auf einem Level ist, ist das Skript - das Drehbuch kann mit US-Großproduktionen mithalten. Bei den CGI ist das allerdings nicht der Fall, bei "Monster Hunt" wirkt alles etwas künstlicher und weniger detailliert. die Illusion Echtes und Animiertes zu verknüpfen funktioniert hier nicht hundertprozentig.

Männliche Schwangerschaft
In zwei Aspekten unterscheidet sich der Asia-Actioner aber deutlich von gleichrangigen US-Filmen - ganz zu schweigen von den Martial-Arts-Szenen, die in einem chinesischen Film schon als gegeben hinzunehmen sind. Einerseits gibt es hier einen sehr ungewöhnlichen Nebenhandlungsstrang mit einer männlichen Schwangerschaft. Viele nette Schwangerschafts-Klischees werden ins männliche übersetzt. Aber spätestens wenn es zu der Geburtsszene kommt und die Monsterjägerin Xiaolan ruft: "Ich kann das Köpfchen schon sehen", fragt man sich, ob sie damit tatsächlich meint, dass Tianyin die Kreatur durch seinen Anus gebärt. Letztendlich kommt das Tierchen oral auf die Welt - was dem Satz davor aber eine noch absurdere Bedeutung gibt.
Zweiter großer Unterschied ist der Umgang mit nicht ganz so kinderfreundlichen Szenen und Worten. Über das Töten wird gesprochen, das Monsterbaby wird beispielsweise zu Verspeisungszwecken in einen Kochtopf mit heißem Wasser gesteckt. In vergleichbaren US-Produktionen gibt es weniger dieser für Kinder mitunter sehr derben Momente. "Monster Hunt" mutet kleinen Zuschauern unter seiner niedlich-bunten Oberfläche doch eine Menge zu.
Im Großen und Ganzen ist diese Monsterjagd ein hektisch knalliges Entertainment-Vergnügen ganz nach US-amerikanischem Vorbild. Die großen Momente bleiben aus, dafür wird es aber nur ganz, ganz selten richtig peinlich - von der Geburtenszene mal abgesehen. Ein Must-See ist "Monster Hunt" aber keineswegs, der Rummel in seinem Heimatland um diesen Blockbuster ist im Vergleich mit dem Endprodukt nämlich keinesfalls gerechtfertigt.

Fazit: 50 %

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