20. November 2016

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind

© Warner

Regie: David Yates
Land / Jahr: Großbritannien, USA 2016












Der britische Magier Newt Scamander (Eddie Redmayne) reist in den 20er Jahren in die USA - bei sich hat er einen magischen Koffer mit allerhand gutmütigen Tierwesen. Weniger gutmütig ist der düstere Zauber Obscurus, der in New York sein Unwesen treibt. Immerhin hat Newt die engagierte Porpentina Goldstein (Katherine Waterston) auf seiner Seite, die für den US-Magierkongress arbeitet.

Auf fünf Teile ausgelegt
Fünf Jahre lang gab es keinen Film aus dem "Harry Potter"-Universum, da muss Warner und Joanne K. Rowling aufgefallen sein, dass ihnen da jede Menge Geld durch die Hände gleitet. Und um sicherzugehen, dass der Zuschauer ordentlich Dollars, Euros und Pfund an den Kinokassen lässt, wurde die neue Serie gleich auf fünf Teile ausgelegt.
Die Idee ist immerhin ganz nett: Die kleine Zauberer Harry Potter liest in seinen Abenteuern in der Zauberschule Hogwarts in dem Lehr- und Sachbuch "Phantastische Tierwesen und  wo sie zu finden sind". Also geht es jetzt zu dem Autoren dieses Werkes und da der ein Dreiviertel-Jahrhundert vor Potter lebt, ist die neue Reihe auch in den USA in den 20ern angesiedelt.
Mit Eddie Redmayne als nerdig-netter Autor haben die Produzenten eine sehr gute Wahl getroffen. Der Oscar-Preisträger ist charismatisch und gebildet sowie souverän, ohne dabei überheblich zu wirken. Auch die anderen Figuren wie der tollpatschige Muggel Jacob Kowalski (Dan Fogler) oder die anfangs noch sehr zugeknöpfte Porpetina ziehen den Zuschauer so auf ihre Seite, dass er an ihrem Erfolg in dieser Geschichte interessiert ist.

Tierischer MacGuffin
Aber wenn man nach dem Film noch einmal drüber nachdenkt, welche Rolle hier die titelgebenden Tierwesen spielen, dann fällt auf, dass ihre Funktion eine Art MacGuffin ist - also einfach nur ein Grund, warum Newt in die Staaten reisen soll. Einen echten Einfluss auf die eigentliche Handlung haben sie in den seltensten Fällen. Es gibt sie einfach und Newt forscht nach ihnen, das war es aber auch schon.
Gab es beim ersten "Harry Potter" im Jahr 2001 nach Bedenken von Eltern, ob der Film denn schon für Kinder ab sechs Jahren geeignet sei, so wirkt das mit Blick auf "Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind" schon beinahe albern. Hier gibt es besessene Menschen, Todesurteile und Exekutionen, haufenweise sterbene Kreaturen, Konflikte werden oft mit Gewalt gelöst - alles freigegeben ab sechs Jahren. Selbst die Atmosphäre ist noch viel düsterer als es beim kleinen Zauberschüler war.
Optisch ist "Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind" ein Augenschmaus, was nicht an den überflüssig verschwenderisch eingesetzten CGI, sondern an den Kostümen und der Ausstattung liegt. Der hohe Unterhaltungswertes und die sympathischen Figuren lassen in vielen Szenen darüber hinwegsehen, dass der gesamte Film - wie so oft - auf ein unnötig actionhaltiges Finale mit einem dümmlichen Endkampf hinausläuft. Das Drehbuch ist fantasievoll, aber nicht konsequent logisch. Am Ende gibt es immerhin noch eine locker-leichte Entschuldigung von Seraphina Picquery (Carmen Ejogo) für das Todesurteil - kann ja mal passieren.

Fazit: 65 %

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