28. November 2016

Shaolin Basketball Hero

© Sunfilm

Regie: Yen-Ping Chu
Land / Jahr: China, Hongkong, Taiwan 2008












Fang Shijie (Jay Chou) hat keine Eltern, kein Geld, aber ein erstaunliches Talent dafür, Dinge zielgenau zu werfen. Zhen Li (Eric Tsang), der ihn als Baby gefunden und in eine Kampfsportschule gebracht hat, glaubt, dass Fang ein ausgezeichneter Basketballspieler wäre und wittert den großen Durchbruch und jede Menge Geld.

Drehbuchattacken
Hoffnungslos liegt die Uni-Mannschaft mit dem lieblosen Namen: First University mit 4:30 Punkten gegen die Erzfeinde hinten. Dann aber das große Glück: Aus heiterem Himmel kappt ein Axthieb die Stromleitungen, in der Halle fällt das Licht aus, das Spiel muss neu angesetzt werden. Mit lächerlichen Wendungen wie dieser wird der Zuschauer immer wieder von Regisseur Yen-Ping Chu attackiert, der Schwachsinn kennt keine Grenzen.
Insgesamt ist das Drehbuch zu "Shaolin Basketball Hero" - beziehungsweise "Kung Fu Dunk", wie der Film im englischsprachigen Ausland heißt - ein Trümmerfeld. Wenige gute Ideen werden angereichert mit primitivst naiven Dialogen und gänzlich unlogischen Handlungsverläufen. Von einem Tag auf den anderen wird Fang als neuer Spieler für die First University vorgestellt. Einfach so, weil sein Mentor Zhen Li, ein mittelloser und gänzlich unbekannter und unbedeutender Mann behauptet, sein Schützling habe Potenzial.
An der neuen Uni lernt er seine Teamkameraden kennen, von denen die meisten dem Zuschauer nahezu unbekannt bleiben. Die Mannschaft bekommt kein Gesicht, die Uni ist generisch, niemals wird erwähnt in was für einem Wettbewerb gespielt wird und was die Modalitäten der Meisterschaft sind. Am Ende steht das First-Team dann im Finale. Traurig und keiner weiß, wie es dazu kam. Traurig.

"Shaolin Kickers"-Klon pünktlich zu Olympia
Hauptdarsteller Jay Chou ist ein Hampelmann, dessen Gesichtsausdruck leer und bedeutungslos ist. Selten wurde eine Rolle derart fehlbesetzt wie in "Shaolin Basketball Hero". Die Kung-Fu-Momente sind derart sporadisch eingesetzt und stümperhaft geschnitten - einfach jeder junge männliche Schauspieler hätte diese Rolle ebenso spielen können. Die Basketball-Szenen sind zwar wesentlich zahlreicher, aber kaum besser gelungen. Vollgestopft mit billigen Zeitlupen und minderwertigen CGI macht die Sport-Action keinen Spaß.
Und die Comedy rundet das Gesamtbild passend ab: Besonders in diesem Aspekt fällt auf, welchen erfolgreichen Sportfilm Regisseur Yen-Ping Chu kopieren wollte. 2001 kam "Shaolin Kickers" in die Kinos, der asiatischen Kampfsport mit Fußball verband - gutes Timing, schließlich wurde 2002 auf dem Kontinent die Fußball-Weltmeisterschaft in Südkorea und Japan gespielt. 2008 stand wieder ein Sport-Großereignis in Asien an: Olympia in Peking. Chu riecht das dicke Geld, wendet die Formel von "Shaolin Kickers" auf seinen Basketball-Klon an und erhofft sich den dazugehörigen Erfolg, schließlich hat "Shaolin Basketball Hero" immerhin zehn Millionen US-Dollar gekostet.
Was bei der Zeichentrick-Serie "Super Kickers" noch witzig war, obwohl gnadenlos überzogen, das wird hier bei der Korbball-Variante zum geistlosen Slapstick. Schon beim berühmten Leslie Nielsen gab es gigantische Qualitäts-Unterschiede zwischen der cleveren "Die nackte Kanone"-Trilogie und No-Brainern wie "2002" oder "Mr. Magoo" - und "Shaolin Basketball Hero" tritt in die Fußstapfen von letzteren beiden Beispielen.
"Shaolin Basketball Hero" ist ein schmieriger und gänzlich misslungener Klon eines asiatischen One-Hit-Wonders. Die Comedy ist einfach nur dumm, die Sportszenen sind billig inszeniert und das Script ist so löchrig und schwachsinnig, dass man nur verwundert sein kann, wie dieses Projekt grünes Licht bekommen konnte - wahrscheinlich war es der Zeitdruck, den Film noch kurz vor Olympia zu veröffentlichen. "Shaolin Kickers" bleibt der einzige gelungene Mix aus Ballsport und Kampfsport.

Fazit: 20 %

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