10. Dezember 2016

Acht Mann und ein Skandal

© MGM

Regie: John Sayles
Land / Jahr: USA 1988












1919: Die "Chicago White Sox" gelten als Über-Favoriten auf den World-Series-Titel. Da es ihr Chef allerdings nicht für nötig erachtet, die Gehälter wie vereinbart zu bezahlen, nimmt eine Gruppe aus acht Baseball-Spielern das Angebot an, für Geld Spiele der Finalserie zu verschieben. Doch nicht nur die eigenen Mitspieler, sondern auch Außenstehende wittern den Betrug.

Ein unbesiegbares Team verliert
Der sogenannte "Black Sox Skandal" gilt auch heute als einer der schlimmsten Fälle von Wettbetrug in den Vereinigten Staaten. Ein unbesiegbares Team war bereit, den Titel zu vergeben, um im Gegenzug ordentlich Geld zu verdienen. Acht Spieler waren in diesen Skandal verwickelt, der in einem Gerichtsprozess endete - mit unerwartetem Ausgang.
Ganz 44 Jahre nach dem Skandal arbeitete der Schriftsteller Eliot Asinof im Jahre 1963 die Geschichte noch einmal auf. Weitere 25 Jahre später machte Regisseur John Sayles daraus einen Kinofilm. Nicht als Dokumentation, sondern als Spielfilm mit aufwändigen Sets und namhaften Schauspielern wie John Cusack, Charlie Sheen, Christopher Lloyd oder David Strathairn brachte Sayles das Stück Sportgeschichte in die Lichtspielhäuser.
Sein Stil ist dabei unerwartet heiter, allerdings auf eine sarkastische Art und Weise. Jeder versucht jeden über den Tisch zu ziehen. Niemandem ist zu trauen. Obwohl tausende Augen auf die Spieler schauen ziehen diese dreist ihre Betrügereien durch. Und der böse Clubbesitzer, der die Gehälter nicht zahlen will, kommt sogar noch unsympathischer rüber als die Spielverschieber.

Die größten Opfer des Betruges
Zum Denken regen aber die kleinen Szenen an, wenn die Spieler in den Straßen von Chicago Kindern begegnen, die die Spieler wie Helden verehren. Besonders wenn die minderjährigen Fans erzählen, dass sie den ganzen Tag Milch ausgetragen haben, um mit dem Geld eine Eintrittskarte für das Stadion zu lösen, wird klar, wer das größte Opfer des Sport-Beschisses ist: Die Fans, die Zuschauer, die Menschen, die ihre knappe Freizeit und ihr schwer verdientes Geld opfern, unwissend, dass sie betrogen werden.
"Acht Mann und ein Skandal" ist ein wunderbar aufwändig aufgearbeitetes Stück Sportgeschichte. Besonders das Finale dieses Darsteller-starken Dramas gibt zu denken. Etwas mehr Spannung wäre schön gewesen, aber die zahlreichen Massen-Szenen in denen sich hunderte Menschen gleichzeitig in authentischen Sets bewegen und die souverän choreographierten Baseball-Szenen sind ein guter Ausgleich.

Fazit: 70 %

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