19. Dezember 2016

Hardflip - Sprung ins Leben

© SCM Hänssler

Regie: Johnny Remo
Land / Jahr: USA 2012












Caleb (Randy Wayne) hat es nicht leicht im Leben: Seine Mutter (Rosanna Arquette) ist schwer krank, seinen kaltherzigen Vater (John Schneider) sieht er das erste Mal seit Jahrzehnten wieder, zudem läuft es mit dem Skaten nicht so, wie sich der junge Mann das wünscht. Doch dann bieten sich ihm religiöse Möglichkeiten der Tristesse zu entfliehen.

Anfänger auf dem Brett
Getarnt als Skater-Film ist "Hardflip" ist unfassbar naives und schlicht strukturiertes Machwerk, dass ein menschliches Schicksal mit dem Glauben an Gott kreuzt. Es geht um einen jungen Mann namens Caleb, dem das Leben übel mitspielt. Es läuft gar nicht gut für ihn, aber Caleb gibt nicht auf und findet für viele Probleme eine gute Lösung.
Dabei bleibt stets die Frage ob es die sensationell hölzerne deutsche Synchronisation oder die dümmlich-klischeehaften Dialoge sind, die diesen Pseudo-Skaterfilm so stark abwerten. Auch das übertriebene Spiel der Darsteller hilft ungemein dabei, den Film so richtig abzuwerten. Besonders Hauptdarsteller Randy Wayne ist eine Qual.
Wenn man sich bei Wayne bei etwas sicher sein kann, dann, dass er vor Beginn der Dreharbeiten noch niemals näher als fünf Meter an ein Skateboard gekommen ist. Der junge Mann, der soviel Talent und Spaß am Skaten hat, sieht was wie ein totaler Anfänger. Von Liebe ist da nichts zu spüren, dass kann auch die bemühte aber talentfreie Regie von Johnny Remo nicht ändern.

So stilvoll wie die Kreuzzüge
Ohnehin ist das Skateboardfahren nur ein Mittel zum Zweck, fast schon eine Art MacGuffin. Der einzige Zweck der Skateboards in "Hardflip" ist es, jungen, naiven Zuschauer einen Vorwand vorzugaukeln, sich diesen Film anzusehen. Der eigentlich Sinn ist eine christliche Missionierung, die fast so plump ist wie die Kreuzzüge im Mittelalter - aber ohne jede Erfolgsaussichten.
Unter einem Vorwand werden junge Menschen zu diesem Pseudo-Sportfilm gelockt, um dann auch ganz platte Art und Weise mit christlichen Idealen vollgepumpt zu werden. Wenn man Filme wie diesen sieht - oder auch die beiden "God's not Dead"-Teile sowie den unfassbar schlechten "Left Behind" mit Nicolas Cage - dann stellt sich schon die Frage, ob es nicht möglich ist, Filmen mit christlichen Motiven eine qualitativ hochwertigere und intelligentere Inszenierung und ein ordentliches Drehbuch zu verpassen. Wer so etwas produziert, der verschreckt wahrscheinlich mehr Menschen, als sie zu begeistern.

Fazit: 30 %

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