4. Dezember 2016

Pelé - Der Film

© Ascot Elite

Regie: Jeff Zimbalist, Michael Zimbalist
Land / Jahr: USA 2016












Der in den Slums von Sao Paulo geborene Edson Arantes do Nascimento (Kind: Leonardo Lima Carvalho, Jugendlicher: Kevin de Paula) bekommt das Angebot, beim FC Santos vorzuspielen - ein Traum wird für den Fußballbegeisterten war. Dort macht der kleine 15-Jährige mit dem Spitznamen "Pelé" auf sich aufmerksam und darf sogar mit zur Weltmeisterschaft nach Schweden fahren.

Ein Samba-Film
Der einzige Fußballspieler, der dreimal die Weltmeisterschaft gewann, hat sich seine Filmbiografie redlich verdient: Der Brasilianer Pelé gehört zu den größten Ikonen des Sports. Die Brüder Zimbalist haben sich dazu entschieden, Pelé von der Kindheit bis zum Gewinn der Weltmeisterschaft 1958 zu begleiten. Mit der Vorlage wäre aber ein echtes Epos drin gewesen und nicht nur ein 107-Minuten-Film - "Pelé" ist erstaunlich kurz geworden.
Eigentlich sollte "Pelé" kurz vor der Weltmeisterschaft 2014 in die Kinos kommen. Perfektes Timing wäre das gewesen, schließlich wurde das Turnier in Pelés Heimat Brasilien ausgetragen. Mit der Veröffentlichung im Frühling 2016 ging den Produzenten natürlich jede Menge Geld flöten, das bei einem Startbeginn zur WM Fußballfans mit Sicherheit gerne an den Kinokassen gelassen hätten.
So kurz vor der Europameisterschaft zieht ein südamerikanisches Sport-Talent natürlich nicht mehr ganz so gut. Dabei handelt es sich bei der Kinoversion der Zimbalists doch um leichtfüßige und einfach zugängliche Biografie. Keine psychologische Reise in das Hirn der Kick-Legende, sondern eine chronologische Nacherzählung von dessem Raketen-Start in die große Welt des Fußballs. Immer wieder seichte humoristische Momente und fröhliche Stimmung inklusive - ein echter Samba-Film eben.

Harmlose Nordmänner
Allerdings lassen sich die beiden Regisseure mit ihrem ordentlichen, aber nicht ganz sauberen Inszenierungs-Stil dazu verleiten, weniger echte Menschen, sondern lieber Stereotypen zu zeichnen. Negativ-Höhepunkt ist der herablassende Schwedentrainer George Raynor, gespielt von Colm Meaney - selten sind die Skandinavier schlechter weggekommen als in diesem Film. Kein schöner Stil der beiden Filmemacher. Ansonsten wäre der Sieg gegen die Schweden wahrscheinlich nicht Prestige-trächtig genug, schließlich flößen die blau-gelben Trikots der Nordmänner heutzutage niemandem Angst ein.
"Pelé - Der Film" ist fast innovationsfrei und orientiert sich konsequent an den Highlights des ersten Kapitels des Lebens eines der bekanntesten Brasilianers aller Zeiten. Die Regie-Brüder leisten durchschnittliche Arbeit und spulen ein Standart-Programm runter. Da der Film aber ziemlich straff ein Spektakel an das nächste reiht, kommt keine Langeweile auf. "Pelé" spielt in der Zweiten Liga, aber auch da bekommt man manchmal tolle Spiele geboten.

Fazit: 65 %

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