1. Dezember 2016

Skiptrace

© Universum

Regie: Renny Harlin
Land / Jahr: China, Hongkong, USA 2016












Der chinesische Cop Bennie Chan (Jackie Chan) muss sich wider Willen mit dem Zocker Connor Watts (Johnny Knoxville) verbünden, um dem geheimnisvollen Gangsterboss "Matador" auf die Schliche zu kommen. Die Jagd auf den Unbekannten führt das ungleiche Duo von Russland, in die mongolische Wüste, über chinesische Dörfer sowie ins Zockerparadies Macau.

Blockbuster und legendäre Flops
Ein Triumvirat von Gefallenen soll diese Action-Komödie auf die richtige Spur bringen. Für die Regie zeichnet sich der Action-erfahrene Renny Harlin verantwortlich, der drei Jahre lang zur Hollywoods A-Liga zählte, was Action-Blockbuster betrifft: 1990 durfte Harlin die Fortsetzung zum Mega-Blockbuster "Stirb langsam" inszenieren, 1993 schickte er Sylvester Stallone auf Verbrecherjagd in die verschneiten Berge in "Cliffhanger". Mit "Die Piratenbraut" und "Driven" - um nur die beiden krassesten von zahlreichen Mega-Flops zu nennen - zeichnet sich Harlin aber auch für ein paar echte Millionen-Gräber verantwortlich. Seitdem darf er sich schon freuen, wenn es seine Filme überhaupt in die Kinos schaffen.
Die beiden Hauptrollen werden von zwei extrem unterschiedlichen Darstellern gespielt. Jackie Chan hat es mit seinen Stunts in die Filmgeschichtsbücher geschafft und mittlerweile das Problem, dass der 1954 geborene Martial-Arts-Experte ganz einfach zu alt für die Art von Filmen ist, mit denen er zum Superstar wurde. Doch egal wie sehr es bei ihm auf die Fresse gibt, irgendwie sind selbst seine üblen Hauereien noch familienfreundlich, weil so unendlich charmant.
Sein Drehpartner in "Skiptrace" ist das absolute Gegenteil: Johnny Knoxville war niemals für sein darstellerisches Können bekannt. Erfolgreich war er lediglich mit seiner Reality-Stunt-Serie "Jackass", sonst hat er nichts in seiner Filmegraphie stehen, woran sich Filmfans erinnern. Für ihn geht es - im Gegensatz zu Jackie Chan - für gewöhnlich darum einzustecken, nicht auszuteilen; und wenn es etwas gibt, das Knoxville gänzlich egal ist, dann ist es der gute Geschmack.

Lahme Kämpfe, zahme Gags
Diese drei Medien-Veteranen sollten mit einem Budget von 32 Millionen Dollar eine spektakuläre Abenteuer-Reise über den asiatischen Kontinent im klassischen "In 80 Tage um die Welt"-Stil veranstalten und dabei einerseits durch gute Gags, andererseits mit atemberaubender Action unterhalten. Die Story ist gar nicht darauf ausgelegt, kreative Momente oder intelligente Wendungen zu bieten, hier bleiben Überraschungen - negative wie positive - aus.
Das Result ist ein vollkommen unbedeutender und bestenfalls lauwarmer Entertainment-Film. Die Gags sind stubenrein und regen selten auch nur zum Grinsen an, die Actionszenen sind ebenso lahm choreographiert. Das liegt einerseits daran, dass Knoxville keinerlei Kampfsport-Kompetenz hat und dass beim Mitt-Sechziger Chan viel getrickst und geschnitten werden muss, damit die Kloppereien noch so gekonnt aussehen wie vor 30 Jahren - leider gelingt das nahezu überhaupt nicht.
"Skiptrace" war trotz all seiner Defizite vor allem in China erfolgreich an den Kinokassen, im Westen hat er - zurecht - kaum Aufmerksamkeit erregen können. Es ist auch nicht zu erwarten, dass einer der dreien noch einmal in einem gelungenen Film mitspielen wird - außer Chan versucht sich vielleicht mal außerhalb des Actiongenres. Knoxville und Harlin werden vielleicht noch zwei, drei Filme machen und dann endgültig irrelevant für Hollywood werden - sollten sie es nicht schon längst sein.

Fazit: 30 %

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