16. Dezember 2016

Sternenkrieg im Weltall

© Subkultur

Regie: Kinji Fukasaku
Land / Jahr: Japan 1978












Auf Illucia herrscht große Angst, denn die kriegerischen Gawaner, wollen den Planeten übernehmen. Acht magische Nüsse sollen das Böse besiegen, sollen sie doch einen Kriegertrupp zusammenstellen, der die Gawaner besiegt. Doch die Nüsse suchen sich ihren Besitzer jeweils selbst aus und das manchmal auf fernen Sternen und Planeten.

Yakuza-Thriller und "Battle Royale"
Kinji Fukasaku ist eigentlich nicht für Science-Fiction-Filme bekannt. Mit derben Yakuza-Thrillern wie "Battles without Honor & Humanity" machte er sich einen Namen, sein großes Meisterwerk ist aber sein letztes Werk: Das blutrünstige Schüler-Massaker "Battle Royale" kam 2001, also zwei Jahre vor dem Tod des Regisseurs in die Kinos. Doch 1977 wurde das Sci-Fi-Epos "Krieg der Sterne" zum Megaerfolg und da wollten die Japaner auch ein bisschen dran mitverdienen - und mit dem dämlichen "Monster aus dem All" aka "The Green Slime" hatte Fukasaku zumindest schon einmal Science-Fiction-Erfahrung in seiner Filmografie stehen.
Also musste auf die Schnelle ein japanisches Weltraum-Epos her. Und "Sternenkrieg im Weltraum", der auf Englisch den nicht ganz so spektakulären Titel "Message from Space" hat, ist wirklich ein besonders flott zusammengeschustertes Exemplar. Die Spezial-Effekte sind sogar noch - der Zeit entsprechend - ganz ordentlich gelungen. Aber die anderen Departments scheinen nicht mit dem Zeitdruck zurechtgekommen zu sein.
Vor allem das Drehbuch ist lachhaft. Acht magische (Wall-)nüsse suchen die wahren Befreier aus. Einen Auserwählten überrascht die Nuss mir nichts, dir nichts im Whisky-Glas. Der Finder ist nicht nur mäßig verwundert, sondern freundet sich auch noch schnell mit der tollen Geschmackskombination aus Nuss und Alkohol an. Etwas gefährlicher ist dann aber doch die Nuss, die im Motor eines Raumschiffes zu finden ist und den Piloten zur Notlandung zwingt. Und auch die Nuss in der Tomate könnte für ordentlich Zahnschmerzen sorgen.

Rechtshändiger Roboter
Ebenfalls nur sehr wenig ausgereift sind die Kostüme. Während das US-Vorbild extrem ausgewogen und durchdacht ist, gibt es hier eine mitunter willkürlich wirkende Mischung aus Sci-Fi und Zeitgeist. Einige Figuren tragen fantasievolle Weltraumkleidung, andere sehen mit ihren bunten Klamotten aus wie Hippies, die gerade aus der Kneipe um die Ecke kommen.
Wenigstens wurde bei der deutschen Synchronisation noch gemerkt, dass mit einer Prise Humor einiges zu retten ist. Die Sprüche sind sehr locker, was die Stimmung nicht nur bei den Figuren, sondern auch beim Zuschauer deutlich anhebt. Absurditäten wie der kleine Roboter, der behauptet, dass er Rechtshänder sei, sorgen für erheiternden Trashfaktor.
"Sternenkrieg im Weltall" ist ein trashiges Billigprodukt, das schamlos Geld aus dem Erfolg von "Krieg der Sterne" machen will. Dennoch ist Fukasakus C-"Star Wars" nicht eine gehörige Portion Charme abzusprechen. Heutzutage ist "Sternenkrieg im Weltall" vor allem wegen seines Skurrilitätsfaktors interessant - und wegen dem jungen Sonny Chiba, der hier - ganz japanisch - eine Figur namens Hans spielt.

Fazit: 45 %

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