9. Januar 2017

Assassin's Creed

© 20th Century Fox

Regie: Justin Kurzel
Land / Jahr: Großbritannien, Frankreich, Hongkong, USA 2016











Cal (Michael Fassbender) ist der Nachkomme eines seit mehr als 500 Jahren toten Assassinen, der den Aufenthaltsort eines mysteriösen Reliktes kennt: der Edenapfel soll der Schlüssel dafür sein, die Gewalt auf der Welt auszurotten. Mittels einer sensationellen Technik, dem sogenannten Animus, lebt Cal die Erinnerungen seines Vorfahrens noch einmal durch, um den Apfel zu finden.

Dem Drehbuch ausgeliefert
Kino und Videospiele, das ist nicht gerade eine Liebesgeschichte. Obwohl lediglich nur die allerfeinsten Games mit einem Kinospielfilm geehrt werden, gibt es noch keinen einzigen Vertreter dieser Art, der wenigstens das Prädikat "gut" verdient hätte. Umso riskanter also, dass die Produktionsfirma entschied, in die Adaption des beliebten Assassinen-Spiels 125 Millionen Dollar zu investieren.
Zugpferd ist Hauptdarsteller Michael Fassbender, der sich mit einigen denkwürdigen Leistungen wie "Steve Jobs" oder "12 Years a Slave" die Gunst der Filmfans verdient erspielt hat. Ihm an die Seite werden zwei Oscar-Preisträger gestellt: Marion Cotillard und Jeremy Irons. Die Cast liefert wenigstens erträgliche Leistungen ab, die zwar weit unter ihren Möglichkeiten liegen - aber was sollen sie machen, schließlich sind sie dem Drehbuch und Regisseur Justin Kurzel ausgeliefert.
Das Buch ist die Achillesferse des Filmes. 125 Millionen Dollar in so ein Skript zu investieren ist einfach nur fahrlässig. Es mutet fast schon arrogant an, dass die Produzenten davon ausgehen, dass der Name des berühmten Videospieles reicht, um genügend Zahlungswillige zu finden, die ein Ticket kaufen. Das Drehbuch ist aber ein Trümmerhaufen. Es ist unnötig kompliziert, der Versuch Vergangenheit und Gegenwart clever zu verweben, ist einfach nur nervig. Das Schlimmste sind aber die hirnlosen Dialoge, die größtenteils aus One-Linern bestehen. Inhalte werden hier nicht vermittelt.

Uninspiriert und langweilig
Nicht einmal die Action ist dem Riesen-Budget entsprechend. Es wird gehüpft und gesprungen; Die Assassinen fahren ihre berühmten Klingen aus dem Handgelenk, um Feinde zu beseitigen. Allerdings ist alles so schnell geschnitten, dass nicht viel zu sehen ist. Selbst die Kampf-Choreographien sind so uninspiriert, dass der Zuschauer nach wenigen Sekunden damit zu kämpfen hat, die Aufmerksamkeit aufrecht zu halten.
Gerade Videospielverfilmungen sind wegen vieler peinlicher und dümmlicher Szenen unvergesslich: Die Schrumpfköpfe aus "Mario Bros.", die grottigen CGI in der "Dungeon Siege"-Reihe oder die Motivationsrede von Van Damme in "Street Fighter" sind berüchtigte Fremdschäm-Momente der Kinogeschichte. Bei "Assassin's Creed" ist das anders: bis auf ein paar Dialoge gibt's keine Aufreger. Hier ist es noch viel schlimmer. Denn Justin Kurzels Adaption ist uninteressant, wirr, unnötig kompliziert (!) und das schlimmste, was man einem Film vorwerfen kann: langweilig. Die größte Erleichterung ist, wenn endlich der Abspann einsetzt.

Fazit: 25 %

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