2. Januar 2017

Todesjäger, Der

© Magic Video II

Regie: James Sbardellati
Land / Jahr: USA, Argentinien 1983












Drei magische Gegenstände könnten dem Magier Munkar (Bernard Erhard) ultimative Macht verleihen. Das will der Barbar, der sich nur Deathstalker (Rick Hill) nennt, natürlich verhindern. Er nimmt an einem Turnier mit den gefährlichsten Kämpfern des Reiches teil, um dem Magier endgültig das Schwert an den Hals setzen zu können.

Billig-Fantasy landet auf dem Index
"Journey to an age of awesome magic" preist das schicke US-Poster an, das aussieht wie das Cover eines Rollenspiel-Abenteuers der "Das schwarze Auge"-Reihe. Darauf zu sehen ist ein Barbar mit einem mächtigen Schwert, der gegen einen Drei-Meter-Troll gekämpft. Der Himmel ist düster, die leichtbekleidete Frau in den Krallen des Monsters wehrlos.
Die Wahrheit sieht anders aus. Weitaus weniger atmosphärisch als auf dem Poster geht es nämlich in die argentinischen Wälder. Gut, die Frauen sind immer noch sehr leicht bekleidet. Dafür sieht der Rest wesentlich preisgünstiger aus, als das schicke Plakat noch vermuten ließ. Man könnte auch sagen, dass "Deathstalker" ein trashiger Billig-Fantasyfilm ist, wie er nur in den 80ern produziert werden konnte.
Dennoch hat "Deathstalker" immerhin zwölf Millionen Dollar in die US-Kinokassen gespült, in Deutschland wollten allerdings weitaus weniger mit auf die Billig-Reise in die Welt der Zauberer und Schwertschwinger. Die Zensoren sorgten mit einer durchaus verdienten FSK-18-Freigabe dafür, dass der "Deathstalker" nicht in Kinderköpfen seine Waffe schwang. Die Videokassette landete sogar auf dem Index. Grund sind eine Handvoll blutiger Szenen mit abgetrennten Gliedmaßen und spritzendem Blut. Handgemacht natürlich, kein CGI.

Ohne Stil oder Charisma
Die Hauptrolle des Deathstalker spielt der schmierige Y-Schauspieler Rick Hill. Für den zweiten und dritten von vier Teilen wurde er dann glücklicherweise ersetzt und kehrte erst im finalen "Deathstalker IV: Match of Titans" wieder zurück. Hill hat keinerlei Ahnung von Schauspiel und erstaunlicherweise noch nicht einmal ein Minimum an Charisma. Nicht einmal in einem so trivialen Film wie "Deathstalker" schafft er es, die Zuschauer für seine Figur zu begeistern. Es wird wohl nur einen Grund gegeben haben, ihn für diese Rolle zu besetzen: Er hat diesen perfekt gestählten Körper - hervorragend geeignet für einen Barbaren.
Allerdings braucht sich Hill nicht zu schämen, denn trotz seiner miserablen Leistung, gibt es keinen Darsteller, der ihm die Show raubt. Auch die Sets, Kostüme und Spezialeffekte passen sich seiner Qualität bestens an. Selbst die Kameraarbeit ist sehr schludrig, die Schnitte wirken als hätte der Deathstalker sein Schwert benutzt, um den Film zusammenzuschustern.
Barbaren-Abenteuer-Fantasyfilme brauchen Geld, um gut auszusehen. Ein hohes Budget ist bei solchen Filmen nahezu unabdinglich, damit es Spaß macht, sich diesen Schund anzusehen. Wenigstens ist "Deathstalker" schon wieder so überflüssig und schmierig, dass er einen gewissen Trash-Faktor hat - und mit unter 80 Minuten eine erfreulich kurze und größtenteils längenfreie Laufzeit. Leider ist er auch ziemlich qualitätsfrei.

Fazit: 30 %

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