23. Januar 2017

Krull

© Columbia TriStar

Regie: Peter Yates
Land / Jahr: Großbritannien/USA 1983












Eigentlich bereitet sich das Königreich Krull darauf vor, eine Monarchen-Hochzeit zu feiern, da wird es hinterhältig von den erbarmungslosen Slayern angegriffen. Prinz Colwyn (Ken Marshall) überlebt die Attacke, macht sich auf die Suche nach dem Fünfklingenschwert und baut sich eine kleine Armee auf, um das Königreich sowie auch seine frisch angetrauten Gattin Lyssa (Lysette Anthony) zu befreien.

Teurer als beide "Conan"-Fillme zusammen
Während gerade in den späten 70ern, frühen 80ern Fantasyfilme zu besonders günstigen Preisen produziert wurden, wollte Peter Yates mit "Krull" einen sehr hochwertigen Vertreter der Sword-and-Sorcery-Epen in die Kinos bringen. Ein Jahr zuvor wurde "Conan - Der Barbar" mit Arnold Schwarzenegger ein riesiger Erfolg, ein Jahr nach "Krull" lockte "Conan - Der Zerstörer" die Zuschauer in die Kinos. Ersterer Barbarenfilm kostete 20 Millionen Dollar, der Nachfolger wurde für 18 Millionen Dollar produziert - "Krull" kostete mit Produktionskosten von 47 Millionen Dollar alleine mehr als beide "Conan"-Filme zusammen.
Das dicke Budget sieht man "Krull" aber auch an. Die Kreaturen, die Sets, die Kostüme und die Effekte sehen toll aus. Das Gefängnis in dem Prinzessin Lyssa gefangen gehalten wird, eine Art riesige Kralle, ist eines von vielen Highlights. Kräftige Farben dominieren fast jede Einstellung und verschaffen dem Film eine ganz besondere Atmosphäre und damit einen märchenhaften Touch.
Hin und wieder kann Regisseur Yates dem Druck aber nicht standhalten und übertritt die Grenze zum Kitsch. So viele kreative Ideen in einem Film unterzubringen, wie es bei "Krull" geschieht, und das auch noch stilvoll, das ist wäre Liga für sich - selbst Peter Jackson hat bei seiner "Herr der Ringe"-Trilogie nicht immer konsequent durchgehalten.

Der unbekannte Liam Neeson
Und dann gibt es noch die Gefährten des Prinzen. Da wäre der riesige Zyklop, der in die Zukunft sehen kann - allerdings nur den Zeitpunkt seines eigenen Todes sieht. Da wäre der alte weise Prophet, dessen Identität aber von den Bösen übernommen wird. Da wäre der trottelige Gestaltwandler, der eigentlich nur mitkommt, weil er Angst hat, ohne die Gruppe zu sterben. Und da wäre noch der freche Dieb, gespielt von einem damals ziemlich unbekannten Schauspieler namens Liam Neeson.
"Krull" hat eine große Menge Charme und Atmosphäre, die so manch geschmacklicken Fehltritt wieder gutmachen können. Allerdings ist dieser sehr unterhaltsame Genre-Vertreter auch einer der Gründe, warum Fantasyfilme nur kurze Zeit so richtig florierten, denn das Mega-Budget konnte der Film nicht einmal ansatzweise wieder an den Kinokassen einspielen. So schafften es nach diesem finanziellen Flop viele andere Drehbücher für Fantasyfilme nicht, realisiert zu werden. Zu groß war die Angst vor einem ähnlich finanziellen Desaster.

Fazit: 70 %

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