14. Januar 2017

La La Land

© StudioCanal

Regie: Damien Chazelle
Land / Jahr: USA 2016












Sebastian (Ryan Gosling) und Mia (Emma Stone) sind zwei Träumer in der Stadt der Engel: Er ist passionierter Jazz-Pianist und will einen eigenen Laden eröffnen, sie jobt zwar noch in einer Kaffee-Bar auf dem Gelände eines Filmstudios, will aber ein großer Filmstar werden. Als die beiden sich begegnen, wirft das all ihre Pläne über den Haufen.

Große Erwartungen
Damien Chazelle ist das, was die Amerikaner ein Prodigy nennen, ein Wunderkind. Die einzig legitime Einstufung seines Debütfilms "Whiplash" liegt irgendwo zwischen "sehr gut" und "Meisterwerk" - da waren die Erwartungen an sein zweites Werk natürlich gigantisch. Würde es Chazelle noch einmal gelingen, einen Film dieses Kalibers zu machen oder war das nur eine Eintagsfliege? Würde er sich nur selbst kopieren oder sogar selbst neu erfinden?
Letzteres ist der Fall! Chazelle ruht sich nicht auf seinem unerwarteten Mega-Erfolg aus, sondern versuch etwas besonders Riskantes: ein Musical. Klar, sein Budget hat sich verzehnfacht: "Whiplash" kostete noch lächerliche 3,3 Millionen Dollar - für US-Verhältnisse ist das Low Budget - für "La La Land" hat er mit 30 Millionen Dollar fast die zehnfache Geldmenge zur Verfügung.
Und Chazelle ist ein echter Auteur im Sinne der Cahiers du cinéma: Er hat die Drehbücher zu seinen Werken selbst geschrieben, hat seinen Regie-Stil gefunden und beweist unglaublich viel Gefühl für eben jene Filmklassiker, die er mit "La La Land" hundertfach zitiert. Das kommt authentisch rüber und funktioniert deswegen auch unfassbar gut.

Kein Film vom Grabbeltisch
Der Hauptgrund für den grenzenlosen Charme von "La La Land" ist einerseits der grenzenlose Ideenreichtum mit dem das Muscial aufwartet, anderseits vor allem die Art und Weise, mit denen Chazelle diese Ideen umsetzt. Alles ist handgemacht, nichts kommt aus dem Computer - das ist die Definition von Kreativität.
"La La Land" ist ein echtes Unikat und genau das Gegenteil von den üblichen "Primark"-Produktionen aus der Traumfabrik. So etwas findet man nicht auf dem Grabbeltisch eines großen Kaufhauses, sondern auf einem kleinen Handwerksmarkt, denn hier ist nichts aus Plastik, sondern alles in liebevoller Handarbeit entstanden. Dass Chazelles Regie dazu noch punktgenau ist, die Darsteller ganz tolle Leistungen abliefern und auch Kamera, Schnitt, Kostüm und alle anderen Departments Top-Qualität bieten, rundet natürlich das Gesamtbild ab.
Dennoch gibt es auch Kritik: Das Story könnte etwas weniger schlicht sein, wirklich hervorragend sind lediglich zwei, drei Songs in "La La Land", da darf man von einem Musical doch etwas mehr erwarten. Insgesamt ist das aber Meckern auf hohem Niveau: Das Gesamtwerk ist absolut sehenswert, wunderbar kurzweilig, unterhaltsam und gleichzeitig ein kleines Kunstwerk.

Fazit: 85 %

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