8. Januar 2017

Mighty Ducks 2 - Das Superteam kehrt zurück

© Disney

Regie: Sam Weisman
Land / Jahr: USA 1994












Gordon Bombay (Emilio Estevez) war so erfolgreich mit den Ducks, dass ihm jetzt eine neue Herausforderung angeboten wird: Er soll die Jugendnationalmannschaft im Eishockey trainieren. Bei einem großen internationalen Turnier geht es vor allem darum, den als unbezwinbar geltenden Isländern die Goldmedaille wegzuschnappen.

Werbung und Anti-Werbung
Einer der zentralen Konflikte in dem Nachfolger zum Eishockey-Erfolgsfilm „Mighty Ducks - Das Superteam“ ist, dass Trainer Gordon Bombay anstatt sich um die Mannschaft zu kümmern, viel zu viel Zeit in Marketing und Werbung investiert - er will eben richtig viel Geld machen. Die Ironie daran: Die Disney-Serie „Mighty Ducks“ ist primär eine Marketing-Maßnahme des Mäusestudios, um die im Jahr 1992 gegründete Profi-Mannschaft „The Mighty Ducks of Anaheim“ zu promoten. Der Sinn dieser Reihe ist also Werbung und Publicity - genau das, was in dem Film kritisiert wird. Eine echte Farce.
Ebenso lächerlich: Bombays Nationalmannschaft besteht im Kern aus seiner Hinterhof-Truppe aus dem ersten Teil und wird lediglich mit ein paar neuen Spielern gespickt. Das ist in etwa so, als würde die deutsche Fußballnationalmannschaft zu 90 Prozent aus einer kompletten Zweitligamannschaft bestehen, gemischt mit drei oder vier Stars.

Brutale Wikinger
Und dann gibt es noch diese grenzwertige Darstellungsweise der anderen Nationen. Die Mannschaft aus Trinidad und Tobago wird völlig arrogant von der Heldentruppe zerlegt und die Isländer werden als blonde, brutale Wikinger gezeigt. Das ist wahrscheinlich der einzige Sportfilm, indem Island als unsympathischer Endgegner stilisiert wird, hier hätte man von einem US-Film eher die Russen erwartet. Die einzigen, die absolut fair spielen, sind natürlich die Amis.
Die komplette Handlung von „Mighty Ducks 2 - Das Superteam kehrt zurück“ ist nur noch auf den Turniersieg aus. Wurde im Vorgänger noch an den Spaß am Spiel und an den Sportsgeist appelliert, so geht das Werk ab Teil zwei in eine ganz andere Richtung: Der Heldenstatus der USA muss wieder einmal bestätigt werden.
Patriotismus für junge US-Amerikaner wird in dem „Mighty Ducks“-Sequel zelebriert. Die zahlreichen unterschiedlichen Figuren sind nur in der eigenen Mannschaft dienlich - die anderen Nationen werden ganz billig stereotypisiert und homogenisiert. Das Produkt Anaheim Ducks muss weiter beworben werden und dabei merkt Disney noch nicht einmal, dass das eigene Handeln hier ins Kreuzfeuer der Kritik gerät. Auch Teil zwei ist noch unterhaltsam, hat aber arge logische und moralische Probleme.

Fazit: 35 %

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