1. Januar 2017

Mighty Ducks - Das Superteam

© Buena Vista

Regie: Stephen Herek
Land / Jahr: USA 1992












Der großkotzige Junganwalt Gordon Bombay (Emilio Estevez) wird dabei erwischt, als er betrunken durch Minnesota fährt. Der Deal mit dem Gericht: Er soll eine Jugend-Eishockeymannschaft trainieren. Und das ist ein ganzes Stück Arbeit, denn die Jungs und Mädels, die er auf den Namen „Ducks“ tauft, verlieren jedes Spiel.

Disney nutzt Synergieeffekte
„Mighty Ducks - Das Superteam“ ist ein Disney-Sportfilm, dessen immenser Erfolg beträchtlichen Einfluss auf den realen Eishockey-Sport hatte und noch immer hat. Denn Disney wollte Synergieeffekte nutzen und erwarb für im Sommer 1992 für 50 Millionen Dollar die Lizenz eine Profi-Eishockeymannschaft zu gründen. Kur darauf, am 2. Oktober 1992, startete „Mighty Ducks - Das Superteam“ in den US-Kinos. Die Anaheim Ducks, die als „Mighty Ducks of Anaheim" gegründet wurden und übrigens in Kalifornien spielen und nicht wie die Kids im Film in Minnesota, konnten in der Saison 2006/07 sogar schon den Stanley Cup gewinnen.
Im Film geht es weitaus weniger um Geld, sondern eher um eine Spaßtruppe. Große Ziele haben aber auch die Kids, schließlich will der sportliche Trümmerhaufen um die Juniorenmeisterschaft mitspielen. Der Erfolg stellt sich extrem schnell ein, Bombay beweist sagenhafte Trainerqualitäten. Binnen weniger Tage greifen seine Konzepte und die Ducks fangen mit dem Gewinnen an. Das kann für Kinder beste Unterhaltung sein, ist allerdings erschreckend realitätsfern.
Ebensowenig realistisch sind die Tricks und Formationen, mit denen Bombay im Zeichentrick-"Super Kickers"-Stil seinen Jungathleten zeigt, wie man zum Eishockey-König wird. Dass der Film auf ein völlig naives Finale zusteuert, bei dem nicht nur dessen Ausgang, sondern auch auch jede Wendung vorhersehbar ist, wird wohl niemanden wundern.

Moralisch bedenklichen Sportsgeist
Die Kindermannschaft besteht aus einem sehr bunten Haufen. Jungs und Mädels spielen zusammen, manche Zwölfjährige sehen aus wie pubertierende Teenager, andere als gehören sie noch in die Grundschule. Was dabei aber toll funktioniert: Sie sind nicht nur schnell ein gutes Team jenseits ihrer Unterschiede, die barrierefreien Mentalitäten der Kinder sorgen für jede Menge Charme und Unterhaltung.
„Mighty Ducks - Das Superteam“ ist ein netter Sportfilm für junge Zuschauer, der zwar sehr klischeehaft geschrieben ist, aber unterhalten kann. Allerdings ist er auch der Prototyp für moralisch bedenklichen Sportsgeist. Denn während für die Kinder im Film vor allem der Spaß im Vordergrund steht, so geht es Disney mit seinem Produkt nur darum, möglichst viel Geld zu machen. Die daraus resultierende, reale Eishockey-Mannschaft Anaheim Ducks hat in etwa den selben Traditionscharakter wie die Red-Bull-Ausgeburten in Salzburg und Leipzig.

Fazit: 45 %

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen