18. Januar 2017

Passengers

© Sony

Regie: Morten Tyldum
Land / Jahr: USA 2016












Eigentlich sollte Jim (Chris Pratt) 120 Jahre im Kälteschlaf liegen, während des Fluges zu einem weit entfernten Exo-Planeten. Doch etwas geht schief, Jim wacht 90 Jahre zu früh auf und ist auf dem riesigen Raumschiff, auf dem sich insgesamt mehr als 5000 Menschen befinden, völlig allein. Bis sich ihm eine Option bietet ...

Extravaganza ohne echten Endgegner
Morten Tyldums Sci-Fi-Romanze "Passengers" ist kein typischer Hollywood-Film - im guten wie im schlechten Sinne. Der einzige Grund, warum der norwegische Regisseur dicke 110 Millionen Dollar für sein Sci-Fi-Extravaganza ins All schießen durfte, ist die A-Cast: Christ Pratt und Jennifer Lawrence gehören einfach zur ersten Liga Hollywoods.
Das Drehbuch entspricht aber kaum dem üblichen Blockbuster-Stoff. Es gibt keinen Bösewicht, keinen Endgegner, keinen Endkampf. In einer Branche, in der es immer zu einer finalen Konfrontation kommen muss, begnügt sich ein Filmemacher mit technischen Defekten. Irgendwie schon wieder originell.
Das größte Highlight ist das moralische Dilemma, das über Tage und Wochen in Jims Kopf spukt. Soll er alleine bleiben oder soll er sich eine Gefährtin suchen und dafür ihre Zukunft opfern? Zudem gibt es jede Menge Was-würde-ich-machen-Situationen, die zu großen Teilen befriedigend gelöst werden. Eine gewisse Menge Grips ist "Passengers" nicht abzusprechen.

Der menschliche Schlüssel
Ob es die ganze große Liebe ist, zwischen den beiden Figuren, das bleibt zu bezweifeln. Zwar liefern beide sehr ordentliche Leistungen ab, aber so viel Mühe sie sich auch geben: Irgendwie passen Chris Pratt und Jennifer Lawrence schlicht und ergreifend nicht gut zusammen. Dieser berühmte Funke springt einfach nicht auf den Zuschauer über. Dennoch funktionieren die beiden Figuren immerhin auf einer eher platonischen Ebene.
Gänzlich überflüssig ist aber Gus, gespielt von Laurence Fishburne, den eines Tages ein ähnliches Schicksal ereilt. Da er zur Crew des gigantischen Raumschiffes gehört, fungiert er als eine Art Schlüssel, denn er hat Zutritt zu Räumen und Etagen, die Crew-Mitgliedern vorbehalten ist. Das ist die einzige Existenzberechtigung von Fishburnes Figur.
"Passangers" ist kein großer Film des Science-Fiction-Genres, aber die mutige Entscheidung, einen +100-Millionen-Dollarfilm zu drehen, der ohne Antagonisten auszukommt, verdient Respekt. Es gibt mehrere gute Ansätze und Ideen. Dazu schaffen es die beiden Hauptdarsteller dieses Mammut-Kammerspiel allein zu tragen - wenn es auch nicht die ganz große Liebe zwischen den beiden zu sein scheint.

Fazit: 60 %

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