3. Januar 2017

Street Fighter - Die entscheidende Schlacht

© Sony

Regie: Steven E. de Souza
Land / Jahr: Japan, USA 1994












Der Soldat Guile (Jean-Claude Van Damme) ist seinem Erzfeind, dem gnadenlosen Tyrannen Bison (Raúl Juliá) auf der Spur, der mit seinen Experimenten Menschen zu emotionslosen Kampfmaschinen umpolen will. Dabei kann Guile nicht nur auf die Hilfe der Armee, sondern auch auf zahlreiche Mitstreiter zählen, die Bison zur Strecke bringen wollen.

In beide Richtungen problematisch
Videospiele von Kinofilmen haben keinen guten Ruf und sind oftmals qualitativ minderwertige Produkte. Anders herum ist es aber noch viel schlimmer: Wenn ein Videospielfranchise es auf die große Leinwand, dann bahnt sich meistens ein echtes Desaster an. Hauptverantwortlich für diese Tradition sind drei der ersten Spielverfilmungen: "Super Mario Bros.", "Double Dragon" und eben "Street Fighter - Die entscheidende Schlacht".
Regisseur Steven E. de Souza, der auch für das Drehbuch verantwortlich ist, legt seinen Fokus vor allen Dingen darauf, möglichst viele, wenn auch nicht alle, Figuren aus dem Spiel in seinem Actionfilm unterzubringen. Das ist vom Ansatz her redlich, funktioniert aber gar nicht. Denn bis die gut 20 Figuren vorgestellt sind, ist der Film schon fast vorbei und gefightet wurde so gut wie gar nicht.
Und worauf man sich auch besonders freut, ist wie die im Spiel mitunter spektakulären Special Moves umgesetzt wurden. Wer hätte nicht gerne gesehen, wie Dhalsim (Rosan Seth) sich verbiegt, wie Blanka (Robert Mammone) sich unter Strom setzt oder wie Honda (Peter Navy Tuiasosopo) seine tausend Hände durch die Luft sausen lässt. Nix da! Keine dieser denkwürdigen Aktionen gibt es zu sehen, wenn mal gekämpft wird, dann auf die ganz klassische Art und Weise - und dann sind die Prügeleien auch noch schlecht in Szene gesetzt.

Script mit Fremdschämcharakter
Absolut missraten ist vor allem das Drehbuch, das echten Fremdschämcharakter hat. Wenn beispielsweise Guile seine Truppen mit einer flammenden Rede entgegen deren Anweisungen aus der Chefetage, die persönlich vor Ort per Brief überreicht werden, zum Kampf motiviert, sind gnadenlos dumm. Und nicht nur, dass das Script sich auf unterstem Niveau befindet, es gibt sogar in dieser primitiven Geschichte noch einige Logiklücken.
Ist das Game auch noch eines der wichtigsten und besten der gesamten Kampfspiel-Geschichte, so ist sein Kinoauftritt das genaue Gegenteil: Unter all den schlechten und misslungenen Videospielverfilmungen bewirbt sich "Street Fighter - Die entscheidende Schlacht" für die Goldmedaille in dieser Kategorie. Da kann auch Kylie Minogue nichts ändern, die als Soldatin Cammy Van Damme an die Seite gestellt wird.

Fazit: 20 %

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