26. Januar 2017

Stretch

© Koch Media

Regie: Joe Carnahan
Land / Jahr: USA 2014












6000 Dollar muss Stretch (Patrick Wilson) in den nächsten Stunden auftreiben, sonst ist es um ihn geschehen. Seine große Chance auf schnelles Geld wittert der Limousinen-Chauffeur in der Beförderung eines schwerreichen, exzentrischen Kundens (Chris Pine). Aber der bringt ihm noch größere Probleme.

Wenn The Hoff flucht
David Hasselhoff kann "ficken" sagen und hat ein wunderbar umfassendes Schimpfwörterlexikon parat. Nur wenige Minuten Leinwandpräsenz reichen ihm und den anderen etwas bekannteren Nebendarstellern wie Ray Liotta oder Ed Helms (der "Hangover"-Typ mit dem Tyson-Tattoo), für ihre seelenlose und krampfhafte Performance.
"Stretch" will um alles in der (Film-)Welt cool sein; der nächtliche L.A.-Roadtrip feiert sich selbst und seine ausufernden Ideen, weil Regisseur Joe Carnahan denkt, das käme besonders lässig rüber. Bedauerlicherweise weiß er nicht, dass "cool" auch mit innerer Ruhe zu tun hat und nicht damit duracellhasenmäßig einen Freak nach dem anderen zu präsentieren.
Der Typ, der die Stretch-Limousine fährt heißt Stretch - ach wie originell. Dennoch gebührt ihm Respekt, denn Patrick Wilsons Figur ist die einzig einigermaßen menschliche in diesem Film. Die anderen sind lediglich Karikaturen von Comic-Figuren. Manch eine davon amüsant, der Großteil ist aber einfach nur übertrieben lächerlich. Quantität hat einfach noch nie das Rennen gegen Qualität gewonnen.

Die Koffer voller Langeweile
Dickster Minuspunkt sind aber die Dialoge, die zu 50 Prozent aus Beleidigungen und Schimpfwörtern und zu 50 Prozent aus belanglosen und langweiligen Dialogen bestehen. Auch hier: zuviel gewollt und nichts dafür bekommen. Das ist wirklich schade, denn Carnahans Film wirkt auf den ersten Blick gar nicht so billig, sein Umgang mit der Kamera gar nicht so hilflos wie der Umgang mit dem Drehbuch.
Nach dem schwachen Showdown mit dem Geldkoffer interessiert es dann doch, wer eigentlich diese ominöse Chatpartnerin Pink Minx ist. Retten kann das und der halbwegs sympathische Patrick Wilson aber nicht mehr viel. Dafür ist "Stretch" zu erzwungen cool, um ernstgenommen werden zu können. Eine echte Chance hatte der Film aber ohnehin nicht, dafür ist das Script einfach zu unausgereift.

Fazit: 35 %

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