29. Januar 2017

Unbeugsame, Der

© Columbia TriStar

Regie: Barry Levinson
Land / Jahr: USA 1984












Roy Hobbs (Robert Redford) ist ein echtes Landei, verfügt aber über einen ungewöhnlich harten Wurf: Die von ihrem geschmetterten Baseballs sind wie Gewehr-Geschosse. Noch während er auf dem Weg zu einer Anstellung bei einer Profi-Baseball-Mannschaft ist, wird er Opfer eines Anschlages. Es dauert 16 Jahre, bis Roy endlich wieder zu seiner alten Top-Form findet.

Ein ganzer Haufen Eier
Unter dem Titel "The Natural" wurde dieses historische Baseball-Drama im Jahr 1984 in den USA veröffentlicht. Den deutschen Verleihern war das wohl eine Spur zu soft also entschied man sich für den verwirrenden Titel "Der Unbeugsame". Verwirrend aus dem Grund, dass schon 1967 ein wirklich ausgezeichneter Film mit dem selben Titel erschienen ist, in dem Hollywood-Legende Paul Newman einen rebellischen Knasti spielt.
Hier ist der Rebell nicht mehr der legendäre Newman, sondern der ebenso legendäre Robert Redford. Was den Aspekt der Unbeugsamkeit allerdings angeht, geht der Sieg nicht an Redfords Baseballspieler, sondern ganz eindeutig an den eierfressenden Knastbruder aus dem 67er-Film, dessen US-Originaltitel lautet übrigens "Cool Hand Luke".
Doch zurück zum Unbeugsamen aus den 80ern. Der beruht auf einem Roman von Bernard Malamud, der bereits 1952 veröffentlicht wurde. Dabei handelt es sich um eine nahezu rein fiktive Geschichte, die nur ganz vage reale Vorbilder hat. Einen Roy Hobbs wie in dem Film von Barry Levinson hat es niemals gegeben.
Erzählt wird eine leicht romantische Lebensgeschichte von einem echten Sportsmann. Einem, der den Sport und nicht das Geschäft drumherum liebt. Einer der sich nicht kaufen lässt. Da passte Mitte der 80er Jahre kaum jemand so gut wie Saubermann und Frauenschwarm Robert Redford. Allerdings nur was den Charakter der Figur betrifft, denn während der Dreharbeiten zu dem Film, in dem er unter anderem einen Mittzwanziger spielt, war Redford bereits 48 Jahre alt. Ein Logik-Opfer, dass Regisseur Barry Levinson aufgrund des Celebrity-Status von Robert Redford gerne einging.

Für Filmpreise nominiert
Die Geschichte bietet tolle Bilder, nicht umsonst wurde "Der Unbeugsame" für vier Oscars, darunter auch den für die beste Kameraarbeit, nominiert. Das ebenfalls Oscar-nominierte Produktionsdesign liefert geschmackvolle und glaubwürdige 20er- und 30er-Jahre-Momente und sorgt für passende Atmosphäre. Dazu gibt es jede Menge gut choreographierte, wenn auch leider dramaturgisch manchmal etwas überzogene Baseball-Szenen.
Für den ganz großen Wurf reicht es aber nicht, da besonders der Bruch nach dem Anschlag auf den jungen Roy Hobbs wie eine viel zu tiefgreifende Zäsur wirkt. Man hätte lieber gesehen wie er seinen Weg an die Baseball-Spitze gemacht, als dass er 16 Jahre lang in den unteren Ligen rumtingelt und sich im Kreis dreht. Am Ende wird "Der Unbeugsame" noch einmal richtig Hollywood und bietet ein Finale mit allen erwartbaren Finessen. Eigentlich ein hochqualitativer Sportfilm, wenn doch die Dramarturgie nicht diese Pause hätte.

Fazit: 65 %

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