1. Februar 2017

Fences

© Paramount

Regie: Denzel Washington
Land / Jahr: USA 2016












Müllmann Troy (Denzel Washingont) lebt ein einfaches, aber ehrliches Leben im Pittsburgh der 50er Jahre. Doch die Familie wird immer wieder durch unerfreuliche Ereignisse aufgerüttelt. Nicht nur die Zuneigung seiner beiden Söhne, sondern auch die Liebe seiner ihm treuen Frau Rose (Viola Davis) stellt Troy mit seinen Fehltritten auf eine schwere Probe.

Die Kamera zum Hof
Als Theaterstück war die Geschichte eines einfachen schwarzen Mannes ein großer Erfolg, Hollywood-Star Denzel Washington bringt die Geschichte des Schreibers August Wilson in die Lichtspielhäuser. Dabei spielt Washington nicht nur die Hauptrolle in diesem Familien-Drama, er führte auch Regie.
Die erste Sequenz von "Fences" vermittelt den Eindruck, einen richtig teuren und aufwändigen Hollywood-Filml zu sehen: Troy und sein Kollege Bono (Stephen Henderson) stehen hinten auf den Trittbrettern eines Müllwagen, der durch die Straßen Pittsburghs fährt. Es sind die 50er Jahre, die Kamera fährt ohne Schnitt mit, das Weitwinkelobjektiv versucht möglichst viel mitzunehmen. Alles sieht stilecht und authentisch aus - richtig kostspielig. Doch das ist nur der Rahmen des Filmes, mehr als zwei Stunden der 139 Minuten Spielzeit konzentrieren sich auf die Ereignisse im ärmlichen Hinterhof eines kleinen Hauses und in dessen Räumlichkeiten.

Der fast unbenutzte Regiestuhl
Sind die Schauspieler erst einmal unter sich, dann hängen Erfolg und Qualität von "Fences" allein von ihrem Spiel und den Anweisungen von Denzel Washington ab, der allerdings während der Dreharbeiten nicht viel Zeit auf dem Regiestuhl abgesessen hat, schließlich steht der Oscarpreisträger meistens selbst vor der Kamera.
Und Washington liefert ein ausgezeichnetes Spiel ab. Er verkörpert einen einfachen Mann, der stets auf der Suche nach Respekt ist und seinen Söhnen mit Härte und Gefühlskälte entgegentritt, um nur das Beste aus ihnen rauszuholen. Aber auch die anderen Figuren werden durchweg mit Leben gefüllt. Viola Davis spielt die gebrochene Ehefrau, Stephen Henderson den verständnisvollen Arbeitskollegen und Jovan Adepo und Russell Hornsby die beiden Söhne, die verzweifelt um die Aufmerksamkeit ihres Vaters buhlen - die gesamte Cast liefert eine wirklich hervorragende Leistung ab.
Klar stellt sich, wie so oft bei Adaptionen erfolgreicher Theaterstücke, die berechtigte Frage danach, ob solch ein Film eine Existenzberechtigung hat. Schließlich wird die Filmgrammatik nur sehr rudimentär eingesetzt, um Bedeutung zu übermitteln. Sie ist lediglich Mittel zum Zweck und spielt nur eine untergeordnete Rolle. Für Cineasten ist das sehr wenig filmisch. Aber für Schauspiel-Puristen sind Werke wie "Fences" natürlich ganz große Kunst.
Filmisch mag "Fences" kein Triumph sein, schauspielerisch ist es dieses kleine und sympathische Drama aber allemal. Obwohl sich die 139 Minuten Spielzeit nur auf ausgedehnte Dialoge zwischen wenigen Figuren beschränken, kommt nie Langeweile auf. Denn Washington und Co. fesseln den Zuschauer mit ihren lebensnahen Figuren.

Fazit: 80 %

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