14. Februar 2017

Hidden Figures - Unerkannte Heldinnen

© 20th Century Fox

Regie: Theodore Melfi
Land / Jahr: USA 2016












Der US-Bundesstaat Virginia in den frühen 60er Jahren: Drei afroamerikanische Frauen teilen den großen Traum, bei der NASA als Mathematikerinnen richtig durchzustarten. Im Wettlauf um den Mond zwischen der USA und der UdSSR ergeben sich kleine Möglichkeiten, eigene Fähigkeiten unter Beweis zu stellen - entgegen aller Widerstände.

Kann man über Mathe lachen?
Die Mathematik ist nicht gerade für ihr großes Entertainmentpotenzial bekannt. Das dabei aber trotzdem interessante, spannende und unterhaltsame Filme bei rumspringen können, haben Werke wie "A beautiful Mind" oder "Pi" bewiesen. "Hidden Figures" versucht aber mit seiner positiv-fröhlichen Grundhaltung dem Ganzen noch ein bisschen Witz zu verleihen.
Erzählt werden drei ganz eng miteinander verwobene Geschichten von drei begabten Frauen, deren geistiges Potenzial nur bedingt erkannt und ausgeschöpft wird. Es gibt hier keine schmutzigen Machtkämpfe, keine Intrigen und nicht einmal echte Bösewichte. Genau das macht "Hidden Figures" so charmant. Es geht Regisseur Theodore Melfi nicht darum zu verurteilen oder zu heroisieren. Das hat diese Geschichte auch gar nicht nötig.
Es sind nicht nur Hautfarben-Differenzen, die als Problem für Wissenschaft und Fortschritt erkannt werden. Glücklicherweise begnügt sich Melfi nicht damit, dieses eine Problem darzustellen, sondern thematisiert auch Geschlechterungleichheiten und bringt mit der kostspieligen Neuanschaffung eines IBM-Großrechners auch die Redundanz menschlicher Arbeitskraft ins Spiel.

Wiedersehen mit dem Urknall
Getragen wird "Hidden Figures" neben dem straffen Drehbuch, das eine Menge zu erzählen hat, aber vor allem von seinen Darstellern. Das Küken des Trios, Janelle Monáe, kann zwar nicht mit den ausgezeichneten Performances von Taraji P. Henson und Octavia Spencer mithalten, dafür trumpfen Kevin Costner und Kirsten Dunst als Nebendarsteller groß auf. Eine besonders sympathische Idee ist es auch, Jim Parsons als Supernerd zu besetzen, schließlich ist das seit der Erfolgsserie "The Big Bang Theory" auch seine Paraderolle.
Sowohl optisch als auch historisch ist "Hidden Figures" absolut glaubwürdig eingebettet. An zeitgemäßen Kostümen und Ausstattung wird in keiner einzelnen Einstellung gespart. Besonders die Räumlichkeiten der NASA sind imposant in Szene gesetzt. Und die geschichtlichen Ereignisse sowie wie Figuren stehen auch in den Geschichtsbüchern - wenn auch hier und da zu Gunsten der Dramaturgie ein paar Kleinigkeiten "optimiert" wurden.
"Hidden Figures" ist ein unaufdringlich, sympathischer Film, der auf vielen Ebenen funktioniert. Das machen nicht nur zwei Golde-Globe- und drei Oscar-Nominierungen (darunter die besonders begehrte für den besten Film des Jahres) deutlich. Erfreulich effektfrei funktioniert "Hidden Figures" so gut, weil die Darstellerriege durchweg überzeugt und das Drehbuch keinerlei Längen zulässt. Stimmung und Charme erinnern an den ebenfalls großartigen "The Help".

Fazit: 80 %

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