6. März 2017

Boston

© StudioCanal

Regie: Peter Berg
Land / Jahr: USA 2016












Boston am 15. April 2013: Eigentlich sollte dieser Patriot's Day mit seinem Marathon durch die Ostküsten-Metropole ein besonders schöner Tag werden. Als aber zwei Bomben explodieren und mehrere Menschen verletzt und getötet werden, beginnt eine der größten Fahndungen der US-Geschichte auf die Brüder Dschochar (Alex Wolff) und Tamerlan Zarnajew (Themo Melikidze).

Jahrestag der Schlachten
Am Patriot's Day wird der Jahrestag der Schlachten von Lexington und Concord vom 19. April 1775 gefeiert. Die beiden Gefechte gelten als Start des US-amerikanischen Unabhängigkeitskrieges. Dieser Feiertag wurde am 15. April 2013 jedoch von einem schweren terroristischen Anschlag überschattet, in dessen Verlauf vier Menschen starben und 264 verletzt wurden. Diesen "schlimmsten terroristischen Anschlag seit dem 11. September auf US-amerikanischem Boden", so heißt es im Film, versucht Regisseur Peter Berg adäquat aufzuarbeiten.
Die erste halbe Stunde des 133 Minuten langen Dramas fängt noch sehr fröhlich an: Die Menschen freuen sich auf den Feiertag, bereiten sich auf den Marathon vor. Unter den Tausenden befinden sich aber auch zwei, die im Auftrag Allahs Menschen töten wollen. Hinterhältig und feige verstecken sie ihre Sprengsätze zwischen Familien mit kleinen Kindern.
Die nächsten 100 Minuten macht die Polizei Jagd auf die beiden Brüder. Zwischen all den FBI-Agenten und hochrangigen Politikern, spielt Mark Wahlberg die Rolle des vorlauten, körperlich leicht gehandicapten Polizisten Tommy Saunders. Und es ist schon sehr sympathisch, dass er nicht stupide zum Helden stilisiert wird, sondern einfach nur besonnen und menschlich seine Arbeit macht.

Unerwartet viel Suspense
Sobald die beiden Massenmörder sich auf den Weg nach New York machen, um dort ihren teuflischen Plan fortzuführen, wird "Boston" wesentlich spannender, als zu erwarten geween wäre. Die Sequenz mit der Geiselnahme ist mit Sicherheit der Suspense-Höhepunkt des Filmes, aber auch die finalen Auseinandersetzungen zwischen den Tätern und der Polizei sind packend inszeniert worden.
Da sich die deutschen Zuschauer unter "Patriot's Day" mutmaßlich nichts vorstellen können, entschied der Verleih sich für den wesentlich simpleren Titel "Boston". Der Film an sich ist aber weniger plump: Mit "Battleship" und "Hancock" hat Peter Berg schon sehr inhaltsfreie und auf stumpfe Action orientierte Blockbuster gedreht. Bei "Boston" beweist er glücklicherweise wesentlich mehr Stil und Geschmack und schafft es, die Ereignisse sowohl spannend wie auch historisch akurat aufzuarbeiten.

Fazit: 70 %

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